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Cancún statt Texas Während sein Bundesstaat gegen die Winterkatastrophe kämpft: Senator Ted Cruz fliegt in die Sonne Mexikos

Der US-Bundesstaat Texas ächzt unter einem heftigen Wintereinbruch. Mehrere Menschen sind dadurch bereits gestorben und Millionen Texaner ohne Strom und Trinkwasser. Deren Senator, Ted Cruz, ist derweil mit seiner Familie in die Sonne geflüchtet.

Die US-Regierung spricht von einem "historischen Sturm": Ein ungewöhnlich heftiger Wintereinbruch macht seit Tagen dem Süden der USA zu schaffen. Mehr als 3,5 Millionen Menschen mussten bei eisigen Temperaturen ohne Elektrizität ausharren, weil das Stromnetz überlastet ist. Medienberichten zufolge kamen infolge des Wetters bereits mehr als 30 Menschen ums Leben, viele davon durch Verkehrsunfälle.

Am härtesten betroffen ist der Bundesstaat Texas. An fast sieben Millionen Haushalte dort erging am Donnerstagmorgen die Warnung, wegen Problemen mit der Wasserversorgung ihr Wasser vor dem Trinken abzukochen. In der Millionenstadt Houston kam bei hunderttausenden Bewohnern wegen eines Druckverlusts kaum noch Wasser aus dem Hahn, rund 260.000 Bewohner des Bundesstaates hatten gar kein fließendes Wasser mehr. Der Energieversorger Austin Energy veröffentlichte eine Liste von "Aufwärm-Zentren" in Schulen der Hauptstadt Austin, in denen die Bewohner Zuflucht finden können.

Ted Cruz fliegt ins Ferienparadies Cancún

Einen der wichtigsten politischen Vertreter dieser Bewohner, Ted Cruz, wird man dort nicht finden. Der Senator aus Texas hat sich vor der Kälte mit seiner Familie ins mexikanische Urlaubsparadies Cancún geflüchtet. Mehrere Twitter-Nutzer posteten am Donnerstag Fotos, die den Republikaner am Flughafen von Houston, im Flieger nach Mexiko und nach der Landung in Cancún zeigen sollen.

Keith Edwards, Wahlkampfberater des im Januar in den Kongress gewählten demokratischen Senators Jon Ossoff, teilte über den Kurznachrichtendienst mit, mehrere Personen, die in derselben Maschine nach Cancún geflogen seien, hätten ihm per Direktkachricht bestätigt, dass Cruz in dem Flugzeug gesessen habe.

Auch der US-Journalist und Emmy-Preisträger David Shuster schrieb auf Twitter ohne eine Quelle anzugeben, ihm sei bestätigt worden, dass Cruz und seine Familie nach Cancún geflogen seien, um ein paar Tage in einem Resort zu verbringen, das sie zuvor bereits besucht hätten. "Cruz scheint zu glauben, dass es für ihn in Texas nicht viel zu tun gibt für die Millionen texanischen Mitbürger, die weiter ohne Strom/Wasser sind und buchstäblich frieren", kommentierte Shuster die Bilder.

Einige Stunden nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren, bestätigte Cruz am Donnerstagabend die Reise: Er habe seine Familie begleitet, nachdem seine Töchter ihn darum gebeten hätten.

"Da die Schule für diese Woche ausfiel, baten unsere Mädchen darum, einen Ausflug mit Freunden zu machen. Weil ich ein guter Vater sein wollte, flog ich letzte Nacht mit ihnen und fliege heute Nachmittag zurück", teilte der 50-Jährige laut der Nachrichtenagentur Associated Press in einer Erklärung mit. "Meine Mitarbeiter und ich stehen in ständigem Kontakt mit staatlichen und lokalen Entscheidungsträgern, um den Ereignissen in Texas auf den Grund zu gehen", versicherte Cruz. "Wir wollen, dass unser Strom wieder da ist, unser Wasser läuft und unsere Häuser warm sind. Mein Team und ich werden weiterhin alle unsere Ressourcen nutzen, um die Texaner zu informieren und zu schützen."

Cruz gehört zu den größten politischen Unterstützern von Ex-US-Präsident Donald Trump und gilt als potenzieller republikanischer Bewerber bei der nächsten Präsidentschaftswahl im Jahr 2024. Er ist außerdem ein vehementer Verfechter des Baus einer Grenzmauer zur Abschottung der USA von Mexiko.

Cancún liegt auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán am Karibischen Meer. In dem Ferienort herrschen derzeit Temperaturen um die 28 Grad. Für Texas haben die Meteorologen dagegen weiter eisiges Winterwetter vorausgesagt.

(Hinweis: Dieser Artikel wurde am Donnerstagabend nach der Bestätigung der Cancún-Reise durch Ted Cruz mit der Stellungnahme des Senators ergänzt)
mad

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