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Sex-Affäre in Italien Nach Ruby nun auch Maria?


Neue Vorwürfe gegen Silvio Berlusconi: Der italienische Staatschef soll Sex mit einem weiteren Mädchen gehabt haben. Neue Dokumente erhärten den Verdacht, dass Berlusconi Sex-Orgien veranstaltet hat. Dieser streitet die Vorwürfe weiter ab.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi soll der Mailänder Staatsanwaltschaft zufolge auf Sex-Parties ein weiteres minderjähriges Mädchen zu Besuch gehabt haben. Das geht aus an das Parlament übersandten Dokumenten hervor, die am Donnerstag in italienischen Medien veröffentlicht wurden. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht Berlusconis Verhältnis zu der Nachtclubtänzerin Karima El Marough. Er soll die damals Minderjährige im vergangenen Jahr für Sex bezahlt haben.

In einer Zeugenaussage aus den Dokumenten vom Donnerstag hieß es, junge Frauen hätten bei einer Party in einer Villa des Regierungschefs nur mit BH und Slip bekleidet getanzt. Sie seien dabei von Berlusconi intim berührt worden, berichte eine Frau namens Maria den Ermittlern im Juni 2010.

Zudem hatte die ermittelnde mailändische Staatsanwaltschaft am Mittwoch neue Dokumente einer Parlamentskommission übergeben, um die Erlaubnis zur Durchsuchung des Büros eines Buchhalters zu erhalten, der in Verbindung mit Berlusconi steht. Wie in der Presse bekannt wurde, enthalten die Papiere etwa die Äußerung einer Bauchtänzerin, die ihren "Abscheu" über ein Abendessen bei Berlusconi ausdrückte, das in einer Orgie geendet habe. Zudem enthalten sie einen Zettel, auf dem das marokkanische Callgirl mit dem Spitznamen Ruby, das im Zentrum der Sexaffäre steht, vermerkte: "4,5 Millionen von B. in kommenden zwei Monaten".

Der Regierungschef soll die zur Tatzeit minderjährige Ruby für Sex bezahlt haben und im vergangenen Mai sein Amt missbraucht haben, um Rubys Freilassung zu erwirken, als diese wegen Diebstahlverdachts in Polizeigewahrsam war. Die Mailänder Staatsanwaltschaft gab zudem an, Beweise zu haben, dass Berlusconi Wohnungen unterhielt, in denen er Prostituierte kostenlos unterbrachte. Die Prostituierten habe er zu Festen in seine Residenz nahe Mailand bestellt.

Berlusconi weist alle Anschuldigungen zurück. Für Sex habe er niemals bezahlt, sagte der konservative Regierungschef, von dem sich neben dem Industrieverband und bislang neutralen Medien auch die katholische Kirche distanziert hat. Der Ministerpräsident hat auch wiederholt Aufforderungen zum Rücktritt zurückgewiesen.

Reuters/AFP Reuters

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