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Türkisches Auslieferungsgesuch Spanische Richter lassen Kölner Schriftsteller Akhanli frei

Akhanli
Der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli, der Auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommen worden war, darf das Gefängnis wieder verlassen - unter Auflagen.

Der auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli kommt unter Auflagen frei. Er muss aber zunächst in der Hauptstadt Madrid bleiben, wie sein Anwalt Ilias Uyar der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. "Er ist erschöpft", sagte Uyar der DPA. Die Türkei habe jetzt 40 Tage Zeit, einen Auslieferungsantrag in Spanien zu stellen und zu begründen. Dann werde es in Spanien ein Auslieferungsverfahren mit Anhörung geben.

Die spanische Polizei hatte Akhanli am Samstag auf Betreiben der Türkei festgenommen. Er hatte Urlaub in Granada gemacht. Was genau ihm vorgeworfen wird, war zunächst unklar. Der Schriftsteller lebt seit seiner Flucht aus der Türkei 1991 in Deutschland und hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

Gabriel will Akhanlis Auslieferung verhindern

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich am Samstag persönlich eingeschaltet und mit seinem spanischen Kollegen Alfonso Dastis telefoniert, um eine Auslieferung des türkischstämmigen Schriftstellers an die Türkei zu verhindern. Akhanli war als Folge einer sogenannten Red Notice bei Interpol im Auftrag der Türkei festgenommen worden. Damit kann ein Staat die Festnahme eines Gesuchten mit dem Ziel der Auslieferung beantragen.

Auf die Nachricht, der Schriftsteller komme unter Auflagen frei, reagierte Außenminister Gabriel auf Twitter: "Ich freue mich, dass Dogan Akhanli wieder auf freiem Fuß ist." Er habe, so betonte Gabriel, vollstes Vertrauen in die spanische Justiz. 

In seinen Werken befasst sich der 1957 geborene Schriftsteller auch mit der Verfolgung der Armenier in der Türkei - einem höchst kontroversen Thema, bei dem in Akhanlis alter Heimat regelmäßig die Emotionen hochkochen. Er selbst wurde nach dem Militärputsch als Mitglied der kommunistischen TDKP 1984 verhaftet. Von 1985 bis 1987 saß er in Istanbul in einem Militärgefängnis.

mad DPA

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