Sri Lanka Dutzende Zivilisten sterben im Bombenhagel


Im Norden Sri Lankas ist es erneut zu heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen gekommen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden 52 Zivilisten getötet, 80 Menschen sind zum Teil schwer verletzt. Offenbar werden bei der Militär-Operation auch Streubomben eingesetzt.

Bei heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Norden von Sri Lanka sind nach Angaben der Vereinten Nationen 52 Zivilisten getötet worden. Mindestens 80 Menschen seien seit Dienstag teils schwer verletzt worden, wie UN-Sprecher Gordon Weiss am Mittwoch in Colombo mitteilte. Die Opfer hätten sich zum Teil in einer von der Regierung ausgewiesenen Sicherheitszone befunden, die nicht Ziel von Angriffen sein sollte.

Das letzte funktionierende Krankenhaus in den umkämpften Gebieten sei von Streubomben getroffen worden. In der Nähe gebe es auch Luftangriffe, sagte Weiss. "Wir haben große Angst um die Sicherheit unserer Mitarbeiter und ihrer Familien."

15 UN-Mitarbeiter und 81 Familienmitglieder waren im Gebiet von Puthukkudiyiruppu eingeschlossen. Das Krankenhaus war zu 90 Prozent leer, nachdem es bereits am Wochenende von Artillerie beschossen worden war. Dabei waren mindestens zwölf Menschen getötet worden.

Die Regierung wollte sich nicht zum Vorwurf äußern, sie verwende Streubomben. Der Bericht vom Mittwoch war der erste über den Einsatz von Streubomben, seit eine Friedensvereinbarung zwischen Regierung und Rebellen 2006 geplatzt war. Streubomben können bis zu mehrere hundert sogenannte Bomblets enthalten, die eine große Flächenwirkung entfalten und damit ungezielt zahlreiche Menschen töten und verletzen können. Das Rote Kreuz und Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Verwendung dieser Munition heftig und setzen sich für ein weltweites Verbot ein.

In der umkämpften Region Vanni und den angrenzenden Gebieten, die von den Rebellen noch gehalten werden, sollen rund 250.000 Zivilpersonen eingeschlossen sein.

USA und Großbritannien rufen zu Waffenruhe auf

Die Außenminister der USA und Großbritanniens riefen die Kriegsparteien in Sri Lanka unterdessen zu einer sofortigen und befristeten Waffenruhe auf. Eine Feuerpause müsse es Zivilpersonen und Verletzten ermöglichen, die umkämpften Gebiete zu verlassen, erklärten Hillary Clinton und David Miliband am Dienstag nach einem Treffen in Washington. Langfristig müsse es für den Konflikt zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen eine politische Lösung geben. "Es ist jetzt Zeit, die politischen Gespräche wieder aufzunehmen."

Der srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa erklärte am Mittwoch anlässlich des 61. Jahrestags der Unabhängigkeit des Landes, der Aufstand der Rebellen für einen eigenen Staat im Norden der Insel sei fast völlig niedergeschlagen. "Unsere heldenhaften Streitkräfte haben es uns ermöglicht, die Unabhängigkeit in einem Land zu feiern, das fast völlig frei von Terrorismus ist", sagte Rajapaksa. Alle, die wegen des Bürgerkriegs aus dem Land geflohen seien, sollten nun nach Hause zurückkehren.

Die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kämpfen seit rund 25 Jahren für einen eigenen Staat der Tamilen im Norden der Insel Ceylon und hatten dort in den vergangenen Jahren de facto die Kontrolle übernommen. Zuletzt mussten die Rebellen jedoch heftige Verluste im Kampf gegen die Regierungstruppen hinnehmen, denen es gelang, wichtige Gebiete zurückzuerobern. Der Bürgerkrieg hat bereits mehr als 70.000 Menschen das Leben gekostet.

AP AP

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