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Strauss-Kahn im französischen TV "Ich bedaure den Fehler jeden Tag"


Als mutmaßlicher Vergewaltiger stand er am Pranger der US-Justiz - und die Welt sah zu. Nun hat sich Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn erstmals zu den Vorwürfen und seiner politischen Zukunft geäußert.

Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat sich erstmals öffentlich zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn geäußert. "Was passiert ist, war (...) ein Fehler", sagte der 62-Jährige am Sonntagabend in einem Interview des Fernsehsenders TF1. "Es war ein moralischer Fehler, auf den ich nicht stolz bin. Ich bedauere ihn jeden Tag."

Weder Gewalt noch Zwang

Bei seiner Begegnung mit dem New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo sei aber weder Gewalt noch Zwang im Spiel gewesen, es habe keine strafbare Handlung gegeben. Wie erwartet machte der Franzose keine genauen Angaben dazu, was am 14. Mai in einem New Yorker Hotelzimmer passierte.

Das Zimmermädchen hatte Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt und ihm vorgeworfen, sie zu Oralsex gezwungen zu haben. Weil es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der jungen Frau gab, wurde das Strafverfahren im August eingestellt und der Ex-IWF-Chef konnte in sein Heimatland Frankreich zurückkehren.

"Ich habe die Begegnung mit den Franzosen verpasst"

Strauss-Kahn gab in dem Interview erstmals öffentlich zu, dass er eigentlich im kommenden Jahr bei den französischen Präsidentenwahl antreten wollte. In Umfragen galt er bis zu seiner Festnahme im Mai als aussichtsreichster möglicher Kandidat der französischen Sozialisten. "Ich habe meine Begegnung mit den Franzosen verpasst", sagte der 62-Jährige mit Blick auf seine geplante Kandidatur. Sein Fehler habe sowohl seine Frau, die französische Star-Journalistin Anne Sinclair, als auch seine Landsleute getroffen. Nun werde er darauf verzichten, bei den Vorwahlen seiner sozialistischen Partei in irgendeiner Form mitzuwirken. "Es ist nicht meine Rolle, mich da einzumischen", sagte er.

DPA/AFP/fgues DPA

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