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Terroralarm in den USA: Fahnder finden im Jemen 26 verdächtige Pakete

Nach dem Fund von zwei Paketbomben in Frachtflugzeugen haben die Behörden im Jemen 26 weitere Pakete entdeckt. Eine Verdächtige wurde festgenommen. Experten weisen bereits auf Gefahren bei der Versendung von Luftfracht hin.

Jemenitische Ermittler untersuchen nach dem Fund zweier Sprengstoffpakete in London und Dubai zwei Dutzend verdächtige Sendungen. Die Pakete befänden sich alle in der Hauptstadt Sanaa, berichtete ein Mitarbeiter aus dem Kreis der jemenitischen Sicherheitsbehörden. Frachtarbeiter auf dem Flughafen sowie Mitarbeiter örtlicher Frachtfirmen würden befragt. Die Behörden haben am Abend die Absenderin der beiden Sprengstoffpakete, die auf ihrem Weg in die USA aufgespürt worden waren, festgenommen. Nähere Angaben zu der Festnahme wurden vorerst nicht gemacht, berichtete der arabische Nachrichtensender Al Dschasira.

Unterdessen hat Ägypten seine Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die Sicherheitskräfte hätten am Samstag damit begonnen jedes Frachtgut, das per Flugzeug ins Ausland gehen soll oder aus dem Jemen kommt, von Hand zu inspizieren, sagte Essam Gamal, Sicherheitschef der staatlichen Fluglinie Egypt Air. Normalerweise würden die Pakete mit Röntgengeräten durchleuchtet und nur aufgemacht, wenn dabei etwas Verdächtiges gefunden wurde, sagte er. Die am Freitag gefundenen Sprengstoffpakete wurden aus dem Jemen abgesandt und waren an Synagogen im Großraum Chicago adressiert.

Gefahren bei der Versendung von Luftfracht

Nach Ansicht von Experten wirft die Entdeckung der Sprengstoffpaketen ein Schlaglicht auf Gefahren bei der Versendung von Luftfracht. Fluggesellschaften, die regelmäßig mit Frachtunternehmen zu tun hätten, dürften auch Pakete befördern, die nicht routinemäßig durchleuchtet oder von Spürhunden überprüft würden, sagte Philip Baum, Chefredakteur der Zeitschrift "Aviation Security International".

Frachtpakete, die von Passagiermaschinen befördert werden, sollen eigentlich auf Sprengstoff überprüft werden, doch die Bestimmungen dafür unterschieden sich von Land zu Land stark, erklärten Beobachter. Die Tatsache, dass mindestens zwei Pakete mit Sprengstoff an Bord von Frachtflugzeugen gelangten, zeige, dass die Kontrolle in einigen Fällen ineffektiv sei, so der Experte. Beide Pakete wurden von Flugzeugen befördert, bevor sie in England und Dubai entdeckt wurden. Die Sicherheit in England sei ziemlich gut, auch jene in den USA sei nicht schlecht, sagte Baum.

Normale Röntgenmaschinen reichten wegen des Umfangs und der Zahl der Frachtstücke nicht aus. Bessere Technologien wie Gamma-Strahlen seien aber extrem teuer. Baum warnte davor, die Gefahr im Fall von Sprengstoffpaketen an Bord von reinen Frachtflugzeugen herunterzuspielen. Denn es bestehe das Risiko, dass der Sprengsatz gezündet werde, wenn sich das Frachtflugzeug beispielsweise im Landeanflug über einer Großstadt befinde.

che/DPA/AFP/AP / AP / DPA