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Terrorangriff von Nairobi Einsatzkräfte finden weitere Leichen


Die Opferzahl des blutigen Angriffs auf ein Einkaufszentrum in Nairobi ist auf 68 gestiegen. Auch Europäer sind unter den Toten. Dutzende Menschen werden noch vermisst oder als Geiseln gehalten.

Die Zahl der Opfer des blutigen Überfalls auf das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi ist am Abend weiter gestiegen. Einsatzkräfte hätten bei einer Rettungsaktion neun weitere Leichen entdeckt, teilte das Roten Kreuz über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Damit lag die Zahl der Toten einen Tag nach der Attacke bei 68.

Auch mehr als 24 Stunden nach Beginn der Geiselnahme sind aus dem Einkaufszentrum in Nairobi Schüsse und Granatexplosionen zu hören. Die Internationale Kriminalpolizei-Organisation Interpol hat der kenianischen Polizei Unterstützung bei der Aufklärung des Terrorangriffs in Nairobi angeboten. Jede Anfrage der kenianischen Behörden werde vorrangig behandelt, teilte Interpol am Sonntag mit. Man könne den Kenianern auch Gerichtsmediziner, Anti-Terror-Experten und Analysten zur Seite stellen. Auch könnten alle DNS-Proben mit der Datenbank von Interpol verglichen werden, um mutmaßliche Täter zu identifizieren.

Eine israelische Spezialeinheit drang in den Gebäudekomplex ein, der am Samstag von bis zu 15 Mitgliedern der Shebab-Miliz angegriffen wurde. Diesen Berichten widerspricht allerdings die israelische Tageszeitung "Haaretz". Auf ihrer Online-Seite berichtet sie, dass israelische Spezialkräfte ausschließlich Hilfestellung bei der Verhandlungstaktik übernehmen sollen. Zudem sollen zu den Besitzern des Einkaufszentrum auch Israelis gehören.

Auch Agenten aus den USA und Großbritannien waren im Einsatz. Laut der keniasischen Online-Zeitung "standardmedia.co.ke" hat ein Großaufgebot des Militärs das betroffene Einkaufszentrum umzingelt.

Mindestens sechs Europäer unter den Toten

Auch mehr als 28 Stunden nach Beginn des Angriffs hielten die Feuergefechte mit den Sicherheitskräften in dem Einkaufszentrum an. Noch immer soll sich eine unbekannte Anzahl von Geiseln in den Händen der Milizen befinden. Bei dem Blutbad auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt waren mindestens 59 Menschen getötet. Unter den Toten sind auch drei britische Staatsbürger, zwei Französinnen eine 33-jährige Niederländerin. Laut "The Daily Beast" wurden auch die Frau eines US-amerikanischen Diplomaten, zwei Kanadier und eine Chinesin getötet.

Das Rote Kreuz sprach von 200 Verletzten und knapp 50 Menschen, die weiterhin vermissten werden. Mehr als 1000 Menschen wurden nach Angaben von BBC Africa von Einsatzkräften aus dem Einkaufszentrum heraus in Sicherheit gebracht. Zu dem Angriff bekennt sich die islamistische Miliz al Shabaab.

Mit automatischen Waffen und Handgranaten drangen die maskierten Angreifer am Samstagmittag in die bei wohlhabenden Kenianern und Ausländern beliebte Westgate Shopping Mall ein. Augenzeugen schilderten schreckliche Szenen. Einer von ihnen berichtete, Kunden des Einkaufszentrums seien regelrecht "hingerichtet" worden. Ein AFP-Reporter berichtete von blutenden Kindern, die in Sicherheit gebracht wurden.

ono/DPA/AFP DPA

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