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Terroranschläge in Indien: Schuldspruch für Attentäter von Mumbai

Ein indisches Gericht hat den einzigen überlebenden Attentäter der Terroranschläge von Mumbai am Montag schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll am Dienstag verkündet werden. Dem Täter droht die Todesstrafe.

Knapp eineinhalb Jahre nach der Terrorserie von Mumbai hat ein Sondergericht in der westindischen Finanzmetropole den einzigen überlebenden Angreifer unter anderem wegen Mordes verurteilt. Ein Reporter des Nachrichtensenders NDTV, der zur Urteilsverkündung zugelassen war, sagte am Montag, Ajmal Amir Kasab sei in allen 86 Anklagepunkten schuldig befunden worden, darunter neben Mord auch "Kriegsführung gegen Indien". Das Strafmaß soll in den kommenden Tagen verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft hat die Todesstrafe für den Pakistaner beantragt.

Kasab wurde vorgeworfen, am 26. November 2008 zusammen mit neun weiteren Kämpfern der radikal-islamischen Terrorgruppe Lashkar-e- Taiba in der Finanzmetropole Mumbai (früher Bombay) 166 Menschen getötet zu haben. Unter den 26 ausländischen Opfern waren drei Deutsche. Außerdem starben neun der zehn Terroristen. Nur der heute 22-jährige Kasab wurde lebend gefasst. Kasab kann gegen das Urteil Berufung einlegen. Zwei indische Mitangeklagte, denen Unterstützung der Angreifer vorgeworfen worden war, wurden nach Angaben des NDTV-Reporters freigesprochen.

Bei der beispiellosen Terrorserie hatten die Extremisten über drei Tage Geiseln genommen und Luxushotels sowie andere Gebäude in Mumbai angegriffen und besetzt gehalten. Nach Überzeugung indischer Ermittler wurde die Terrorserie in Pakistan geplant. Die Anschläge belasten die Beziehungen zwischen den südasiatischen Atommächten Indien und Pakistan bis heute. Indien setzte die Friedensgespräche mit dem Nachbarland aus.

DPA, APN / DPA