Todesstrafe USA und Japan exekutieren fleißig


In Texas ist zum 400. Mal in knapp 25 Jahren die Todesstrafe vollstreckt worden. Und das trotz massiver Proteste aus der EU. An der Todesstrafe werde "sich nichts ändern", sagte der texanische Gouverneur. Auch in Japan wurden drei Verurteilte hingerichtet.

Trotz Protesten in den USA und in Europa ist im US-Bundesstaat Texas die 400. Hinrichtung seit 25 Jahren vollstreckt worden. Der 32-jährige Johnny Conner wurde am Mittwochabend (Ortszeit) im Gefängnis von Huntsville mit einer Giftspritze getötet, berichtete der Sender CNN. Die EU hatte in einer Erklärung den texanischen Gouverneur Rick Perry aufgefordert, die Exekution zu stoppen und ein Moratorium über die Todesstrafe in Texas zu erwägen. Der Republikaner wies die Forderung aber noch am Tag der Hinrichtung entschieden zurück.

Connor war 1998 wegen Mordes an einer Supermarkt-Kassiererin schuldig gesprochen worden. Er bestritt bis zuletzt die Tat. Allerdings fanden sich am Tatort Conners Fingerabdrücke, zudem sagten drei Zeugen in dem Geschäft aus, ihn als Täter erkannt zu haben.

Texas hält traurigen US-Rekord

Texas hatte 1982 die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufgenommen. In keinem anderen US-Bundesstaat wurden seitdem mehr Menschen exekutiert. Conner war der 21. Strafgefangene, an dem in diesem Jahr in Texas die Todesstrafe vollstreckt wurde. Drei weitere Gefangene sollen laut "Houston Chronicle" kommende Woche hingerichtet werden. Connors Hinrichtung repräsentiere "den 400. Beleg für eine gescheiterte Politik in Texas", kritisierte die Bürgerrechtsbewegung "Koalition zur Abschaffung der Todesstrafe" in Austin (Texas).

Der texanische Gouverneur hatte vor allem die Kritik aus Europa deutlich zurückgewiesen. Dies sei keine Angelegenheit der EU. "Wir respektieren die Freunde in Europa, begrüßen ihr Interesse an unserem Bundesstaat und unseren Gesetzen." Doch die Texaner hätten vor langer Zeit entschieden, dass die Todesstrafe ein angemessener Mittel sei, um schreckliche Verbrechen an Bürgern zu bestrafen. Daran werde sich auch nichts ändern.

Japan vollstreckt drei Todesurteile

Auch in Japan sind wieder Todesurteile vollstreckt worden. Wie japanische Nachrichtenagenturen am Donnerstag meldeten, wurden drei verurteilte Mörder durch den Strang hingerichtet. Seit Amtsantritt des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im vergangenen September wurden damit zehn Todesurteile vollstreckt. Justizminister Jinen Nagase hatte zuletzt im April drei Mörder hängen lassen. Nach Informationen von Menschenrechtlern müssen in Japan noch mehr als 100 Menschen mit der Vollstreckung des Todesurteils rechnen.

Japan ist eines der wenigen Industrieländer, das die Todesstrafe noch nicht abgeschafft hat. Wie üblich gab die Regierung die Hinrichtungen erst im Nachhinein bekannt. Die Namen der Exekutierten erfuhren die Medien des Landes von Hinterbliebenen oder Anwälten. Auch die Angehörigen erfuhren von den Hinrichtungen erst nach der Vollstreckung.

DPA/AP AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker