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Trauerfeier für Nelson Mandela "Wunderbarer" Abschied von Tata Madiba


Am Tag der Gedenkfeier zu Ehren Nelson Mandalas erinnern sich Tausende Südafrikaner an ihren Tata - ihren Vater. Mandelas leibliche Tochter Makaziwe fand besonders eindrückliche Worte.

Während tausende Menschen zur zentralen Gedenkfeier für Nelson Mandela in das ehemalige WM-Fußballstadion in Johannesburg strömen, hat sich Tochter Makaziwe Mandela in einem Interview über die letzten Tage mit dem Volkshelden geäußert. Es sei "wunderbar" gewesen, sagte Makaziwe der BBC. "Die Kinder waren da, die Enkel waren da." Am vergangenen Donnerstag hätten die Ärzte morgens gesagt, dass nichts mehr getan werden könne. Es sei ein "höchst wunderbarer" Tag gewesen. "Er hat uns bis zum letzten Moment gehabt", fügte Makaziwe Mandela hinzu. Außer den Kindern und Enkeln sei auch Mandelas Frau Graça Machel anwesend gewesen.

Ihr Vater solle dafür in Erinnerung bleiben, dass er sich für geistige und politische Freiheit eingesetzt habe, wünschte Makaziwe Mandela. Er habe gelehrt, dass es viel Mut brauche, um zu vergeben, sagte die Tochter in Erinnerung an seine 27-jährige Gefangenschaft. "Vergeben zu können, ist eine schwierige Sache." Aber ihr Vater habe gewusst, dass er "für immer ein geistiger Gefangener sein" würde, wenn er nicht vergebe. "Die Lehre, die wir aus seinem Leben ziehen können, besteht darin, mutig zu sein und anderen Menschen zu vergeben."

"Viva Tata Madiba!"

Tausende Südafrikaner strömten unterdessen am Morgen nach Soweto bei Johannesburg, um dort an der zentralen Trauerfeier für den verstorbenen Ex-Präsidenten Nelson Mandela teilzunehmen. Die Trauergäste ließen sich von dem herrschenden Regenwetter nicht abhalten, schon frühzeitig das Fußballstadion aufzusuchen, in dem bei der Trauerfeier ab 11 Uhr mehr als 90 amtierende und frühere Staats- und Regierungschefs erwartet wurden. Die Sicherheitskräfte übernahmen die Aufgabe, überzählige Trauergäste in andere Stadien umzuleiten.

Das Stadion Soccer City öffnete um 5.30 Uhr (MEZ) mit halbstündiger Verspätung. Vor dem Eingang erklangen Gesänge wie "Shosholoza", die an die Fahrten der schwarzen Arbeiter zu den Goldminen erinnern. "Viva Tata Madiba!", riefen die Teilnehmer, die den Clan- und Kosenamen Mandelas, Madiba, und das südafrikanische Wort für Vater nutzten. Die Trauerfeier soll nach den Vorankündigungen vier Stunden dauern. Geplant ist eine Ansprache von Andrew Mlangeni, der mit Mandela auf der Gefängnisinsel Robben Island inhaftiert war.

Bei der Zeremonie vertreten sind unter anderen die Chefs der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union, die Präsidenten Brasiliens, Deutschlands, Frankreichs, Kubas, Liberias, Nigerias, Senegals und der USA. US-Präsident Barack Obama, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der kubanische Staatschef Raúl Castro zählen zu den Rednern.

she/AFP AFP

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