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Krebs Trump lobt sich für Rückgang bei Krebstoten – doch die Zahl fiel schon vor seinem Amtsantritt

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump
© Jacquelyn Martin / DPA
Die Zahl der Todesfälle durch Krebs in den USA ist gefallen. Donald Trump schreibt sich diesen Erfolg auf seine Fahnen. Doch die Amerikanische Krebsgesellschaft korrigiert ihn – denn die Zahl ging schon vor seinem Amtsantritt zurück.

US-Präsident Donald Trump lobt in einem Tweet, dass er und seine Regierung einen Einfluss auf die gefallene Zahl der Todesfälle durch Krebs hätten. "US-Krebssterberate die niedrigste in der aufgezeichneten Geschichte! Viele gute Nachrichten kommen aus dieser Regierung", schrieb er auf Twitter.

Die American Cancer Society (ACS) hatte am Tag zuvor einen Bericht veröffentlicht, der zeigte, dass die Krebstodesrate von 1991 bis 2017 insgesamt um 29 Prozent gesunken ist und dass im Jahr 2017 der größte Rückgang war. Die Sterblichkeitsrate war zuletzt um 2,2 Prozent nach unten gegangen. Forschungen führen dies auf Fortschritte bei der Behandlung von Lungenkrebs zurück.

Trumps Maßnahmen spiegeln sich nicht in Bericht wider

Auch die abnehmende Zahl an Rauchern und Raucherinnen sowie neue Krebsmedikamente hätten zum Rückgang beigetragen. Letztere seien aber bereits 2014 und 2015 zugelassen worden, berichtet das US-Magazin "Politico". Trump trat im Januar 2017 sein Amt an.

Es folgte eine Richtigstellung von der ACS auf Trumps Tweet. Gary Reedy, Vorsitzender der Gesellschaft, sagte laut der Zeitung "USA Today", dass Donald Trump zwar mehrere Gesetze unterzeichnet habe, die eine Aufstockung der Mittel für Krebsforschung beinhalteten, aber die Zahlen von 2017 hätten nichts mit Trumps Maßnahmen zu tun: "Die Auswirkungen dieser Aufstockungen spiegeln sich nicht in den Daten dieses Berichts wider." Der Rückgang sei auf Prävention, Früherkennung und Behandlungsfortschritten in den vorangegangenen Jahren zurückzuführen.

"Die Regierung hat die Möglichkeit, die künftigen Rückgänge sowohl bei Krebsfällen als auch -sterberaten erheblich zu beeinflussen, indem sie den Zugang zu umfassender Gesundheitsversorgung verbessert, die Bundesfinanzierung für die Krebsforschung robust und nachhaltig erhöht, sowie evidenzbasierte Maßnahmen zur Tabakkontrolle verabschiedet und umsetzt", zitiert der US-Sender CNN Reedy.

Donald Trump wollte zuerst Mittel streichen

Die demokratische Kongressabgeordnete Debbie Wasserman Schultz – die selbst den Brustkrebs besiegt hat - twitterte als Antwort auf Trumps Aussage: "Die Krebsraten sind vor Ihrem Amtsantritt gesunken. Hoffentlich sinken sie weiter, weil der Kongress Ihr grausames Forschungsbudget abgelehnt hat (…). Dies sind gute Nachrichten trotz Ihnen, nicht wegen Ihnen."

Trump hatte in der Vergangenheit vorgeschlagen, Milliarden an Finanzmitteln für die National Institutes of Health (NIH) zu streichen, so die "USA Today". Dies hätte Auswirkungen gehabt, wenn der Kongress zugestimmt hätte. Am Ende unterzeichnete Trump aber ein Budget, das dem NIH eine Aufstockung der Finanzmittel gewährte.

Quellen: CNN, "USA Today", "Politico", "Business Insider"

rw

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