Mit den wüsten Beschimpfungen von zwei Fernsehjournalisten hat sich US-Präsident Donald Trump viel Kritik eingehandelt - auch aus der eigenen Partei. Trump schmähte am Donnerstag einen TV-Moderator als "Psycho-Joe" und dessen Kollegin als die "verrückte Mika mit dem niedrigen IQ (Intelligenzquotienten)". Sein Wutanfall war durch die Sendung "Morning Joe" des Senders MSNBC ausgelöst worden, die von Joe Scarborough und Mika Brzezinski moderiert wird. Brzezinski hatte dort am Donnerstag harsche Kritik an Trumps Führungsstil geäußert und ihm "nicht normales Verhalten" vorgeworfen, das Zweifel an seinem mentalen Zustand aufwerfe.
Trump schlug daraufhin mittels zweier Tweets wild zurück. So berichtete er, obwohl die beiden Moderatoren "schlecht über mich reden", seien sie um Neujahr herum an drei Abenden hintereinander in seinem Mar-a-Lago-Club im Bundesstaat Florida gewesen. Dabei hätten Brzezinski und Scarborough "darauf bestanden, mit mir zusammenzukommen". Die Moderatorin habe damals "schlimm von einem Gesichtslifting geblutet", höhnte Trump. Er habe es abgelehnt, die beiden zu treffen.
"Bitte hören Sie einfach auf"
MSNBC konterte per Twitter mit dem Kurzkommentar: "Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn der Präsident seine Zeit damit verbringt, zu mobben, zu lügen und schäbige persönliche Angriffe auszuspeien, statt seinen Job zu machen."
Auch Parteikollegen des Präsidenten wurden deutlich. Senator Lindsey Graham twitterte: "Mr. President, Ihr Tweet war des Amtes unwürdig, und steht für das, was in der amerikanischen Politik falsch läuft." Senator Ben Sasse appellierte an den Präsidenten: "Bitte hören sie einfach auf. Das ist nicht normal und ist unterhalb der Würde Ihres Amtes."
Präsidentensprecherin Sarah Huckabee Sanders verteidigte Trumps heftige Polemik hingegen als angebracht. Er sei ein Präsident, "der Feuer mit Feuer bekämpft". Trump werde nicht zulassen, dass er von linksliberalen Medien oder Eliten "gemobbt" werde.
Auf Twitter hingegen herrschte bei vielen pure Fassungslosigkeit. Auch zahlreiche Promis wie etwas das Model Chrissy Teigen meldeten sich zu Wort - schließlich ist es nicht der erste ausfällige Tweet des Präsidenten, und auch nicht der erste sexistische.
Die wohl beste Reaktion kam allerdings von der geschmähten Moderatorin selbst. Mika Brzezinski schlug - ohne eigene Worte, aber wirkungsvoll - mit diesem Foto zurück: