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Tschetschenien: Kidnapper erschießen erneut Menschenrechtlerin

Knapp vier Wochen nach dem letzten Mord an einer Aktivistin in Tschetschenien ist jetzt erneut eine Bürgerrechtlerin erschossen gefunden worden. Sarema Sadulajewa und ihr Mann lagen tot in einem Kofferraum.

In Tschetschenien ist erneut eine prominente Menschenrechtlerin entführt und erschossen worden. Vier Wochen nach Natalja Estemirowa wurde am Dienstag Sarema Sadulajewa tot aufgefunden - zusammen mit ihrem Mann. Die Leichen wurden in der Nähe der Hauptstadt Grosny im Kofferraum eines Autos entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Sie hatten Schusswunden in Kopf und Brust.

Sadulajewa engagierte sich in der von zwei Kriegen verwüsteten Kaukasus-Region seit 15 Jahren für notleidende Kinder. Am Montag seien sie und ihr Mann von Unbekannten entführt worden, sagte Alexander Tscherkassow von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial. Auch Sadulajewas Mann hatte sich für die Wahrung der Menschenrechte in seiner Heimat eingesetzt.

Erst vor vier Wochen wurde die Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa entführt und ermordet. Die 50-Jährige wurde von Tschetschenien in die Nachbarrepublik Inguschetien verschleppt und dort mit Schusswunden am Kopf aufgefunden. Estemirowa leitete den tschetschenischen Zweig von Memorial. Der moskautreue Präsident Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow, hat Beschuldigungen zurückgewiesen, er habe den Mord angeordnet. Der Fall Estemirowa ist wie andere Verbrechen an Bürgerrechtlern in Russland nicht aufgeklärt.

AP/DPA / AP / DPA
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