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Übergangspräsident für den Jemen Wahl ohne Auswahl


Fast 33 Jahre herrschte Ali Abdullah Salih bis er im Arabischen Frühling aus dem Amt gejagt wurde. Jetzt sind die Bürger des Jemens dazu aufgerufen seinen Nachfolger zu wählen - es gibt nur keine Alternative zum Kandidaten der alten Regierungspartei.

Nach dem Abgang von Langzeitherrscher Ali Abdullah Salih hat am Dienstag im Jemen die Wahl eines Übergangspräsidenten begonnen. Die Abstimmung ist faktisch ein Referendum, denn Vizepräsident Abed Rabbo Mansur Hadi ist der einzige Kandidat. Er soll nur zwei Jahre im Amt bleiben. Danach wird erneut gewählt. So sieht es eine Vereinbarung vor, die alle großen politischen Parteien des Landes unterzeichnet haben.

Mit der Wahl endet offiziell die letzte Amtszeit von Präsident Salih. Er war nach monatelangen Protesten und bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen im Januar in die USA ausgereist. Spannend ist die Frage, wie viele der gut 12 Millionen Wahlberechtigten an der Abstimmung teilnehmen. Einige Beobachter rechnen mit Gewalt vor den Wahllokalen, vor allem im Süden. Laut Wahlkommission sollen landesweit 100.000 Soldaten für Sicherheit und Ordnung sorgen.

Regierungsgegner kritisieren, mit Hadi bleibe letztlich die alte Elite an der Macht. Separatisten der Bewegung des Südens riefen zum Boykott auf. Sie wollen die Abstimmung behindern. Auch viele Angehörige der "Revolutionsjugend" wollen nicht zur Wahl gehen. Hadi sei Teil des alten Systems, kritisieren sie. Am Montag hatten Gegner der Abstimmung Anschläge auf mehrere Wahllokale verübt - verletzt wurde niemand.

ono/DPA DPA

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