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Mehrere Tote bei Präsidentenwahl Gewalt behindert Stimmabgabe im Jemen


Im Jemen wird ein neuer Präsident gewählt. Der langjährige Staatschef Ali Abdallah Saleh soll die Macht abgeben. Vor allem im Süden herrschen jedoch Gewalt und Chaos, es gab bereits mehrere Tote. Separatisten kämpfen für eine erneute Unabhängigkeit der Region.

Tödliche Gewalt hat am Dienstag die Präsidentenwahl im Jemen überschattet. Bei Schusswechseln starben im Süden und Südosten des Landes nach Angaben von Sicherheitsbeamten und Augenzeugen mindestens vier Menschen. Bei einem Schusswechsel zwischen Separatisten und Sicherheitskräften in der Stadt Aden wurde laut Anwohnern ein zehn Jahre altes Kind von einer Kugel getroffen und tödlich verletzt.

Zu den ersten Wählern, die bereits am Morgen ihre Stimme abgaben, gehörte die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman. Sie war bei den Protesten gegen Präsident Ali Abdullah Salih, die vor einem Jahr begonnen hatten, immer dabei gewesen.

In Aden, der größten Stadt im Süden des Jemen, gab es zahlreiche Vorfälle. So wurde bei einem Schusswechsel auch ein Polizist getötet, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Bewaffnete Separatisten attackierten demnach mehrere Wahlbüros und setzten Wahlurnen in Brand. Im Stadtteil Dar Saad wurde ein Passant bei einer Schießerei verletzt. Beobachter berichteten, Aktivisten blockierten mit Steinen und brennenden Reifen Straßen, um den Verlauf der Wahl zu behindern. In mehreren Stadtteilen waren laut Anwohnern Schüsse zu hören.

Angriffe auf Wahllokale

Bei einem Angriff von Separatisten auf ein Wahllokal in der Stadt Mukalla wurde Militärangaben zufolge ein Soldat getötet. Zwei Angreifer wurden demnach verletzt, als Soldaten in der Hauptstadt der südlichen Provinz Hadramaut das Feuer erwiderten. In der Stadt Lahadsch wurde nahe eines Wahlbüros ein Demonstrant von einer Kugel getroffen, als sich Separatisten und Soldaten beschossen. Der Ablauf des Urnengangs wurde durch die Gewalt im Süden und Südosten schwer behindert, wie örtliche Quellen berichteten.

Die Präsidentenwahl im Jemen hat am Morgen begonnen. Mit ihr soll ein Schlussstrich unter die 33-jährige Amtszeit von Staatschef Ali Abdallah Saleh gezogen werden. An Salehs Stelle soll sein bisheriger Stellvertreter Abd Rabbo Mansur Hadi rücken, der sich als einziger um das höchste Staatsamt bewirbt. Der 66-Jährige soll für zwei Jahre im Amt bleiben. Vor allem im Süden des Landes hatte es Boykottaufrufe gegeben. Die dortige Bewegung des Südens ist für eine Unabhängigkeit des Landesteils, der bereits bis 1990 unabhängig gewesen war.

Auch Salehs Clan soll Posten räumen

Sollte Hadi nach der Wahl wie geplant als Übergangspräsident für zwei Jahre vereidigt werden, endet offiziell die Amtszeit von Präsident Salih, der seit 1978 im Amt ist. Anschließend sollen die zahlreichen Verwandten Salihs Armee, Geheimdienst und Polizei verlassen.

dho/AFP/DPA DPA

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