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Überschwemmungen: "Schlimmste Naturkatastrophe Mexikos"

Überschwemmungen und schwere Regenfälle sorgen für Chaos im mexikanischen Bundesstaat Tabasco: Bereits jetzt sind rund zwei Millionen Einwohner betroffen. Mexikos Präsident Calderón sagte, es sei eine der schlimsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes.

Angesichts der schweren Überschwemmungen im mexikanischen Bundesstaat Tabasco hat Präsident Felipe Calderón seine Landsleute zur Solidarität mit den Opfern aufgerufen. In einer von Radio und Fernsehen übertragenen Ansprache bat Calderón seine Mitbürger, den Geschädigten, die zum Teil alles verloren hätten, in jeder erdenklichen Form zu helfen. Die Überschwemmungen seien eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. Bisher sei ein Mensch ums Leben gekommen. Nach Angaben des Gouverneurs des südlichen Bundesstaates auf der Halbinsel Yucatan, Andrés Granier, ist etwa die Hälfte der 2,1 Millionen Einwohner von der Katastrophe betroffen.

Die meisten Wirtschaftszweige seien in Mitleidenschaft gezogen. Die Ernte sei vernichtet und eine große Zahl von Nutztieren sei verendet, sagte er. Die Gesundheitsbehörden warnten wegen der Hitze die Bevölkerung vor der Gefahr durch Seuchen. Die Meteorologen gaben zunächst keine Entwarnung. Es sei mit weiteren Niederschlägen zu rechnen, was die Lage noch verschärfen werde.

Nach Angaben Graniers standen 80 Prozent des Bundesstaats unter Wasser. Auch das Zentrum der Hauptstadt Villahermosa musste evakuiert werden. Viele Menschen weigerten sich aber, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen und harrten in den oberen Stockwerken oder auf den Dächern ihrer Häuser aus. Die mexikanische Regierung entsandte Truppen in die Region, um von Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten.

Auch im Nachbarstaat Chiapas kam es laut offiziellen Angaben zu Überschwemmungen. In der Region hat es seit Beginn der vergangenen Woche fast ununterbrochen geregnet. Erschwerend kam hinzu, dass dieser Woche große Wassermengen aus einer überfüllten Talsperre in Chiapas abgelassen werden mussten.

DPA / DPA