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Podcast "Ukraine – die Lage" Marder, Leopard oder doch Verhandlungen? Militärexperte erklärt, was die ukrainische Gegenoffensive bedeuten könnte

Ukrainische Gegenoffensive erfolgreich
Soldaten der ukrainischen Armee sitzen auf einem gepanzerten Militärfahrzeug
© Emilio Morenatti / AP / DPA
Nach dem Vormarsch der ukrainischen Armee erwartet Militärexperte Carlo Masala Bewegung in der Debatte um die Lieferung von westlichen Kampfpanzern. Verhandlungen könnten zudem wahrscheinlich werden, sagt er im stern-Podcast "Ukraine – die Lage".

Nach dem Vormarsch der ukrainischen Armee erwartet der Militärexperte Carlo Masala Bewegung in der Debatte um die Lieferung von westlichen Kampfpanzern. Masala sagte am Montag im stern-Podcast "Ukraine – die Lage": "Ich glaube, wir bewegen uns jetzt in den nächsten Tagen dramatisch schnell auf die Frage Schützen- und Kampfpanzer zu." Die Lieferung dieser Waffen sei "der nächste logische Schritt", wenn man die Ukraine in die Lage versetzen wolle, ihre Erfolge zu wiederholen. Er erwarte, dass auch Deutschland Exportgenehmigungen erteilen werde, wenn die USA die Lieferung solcher Waffen beschließen. Dies gelte für den Schützenpanzer Marder und wohl auch für Leopard-Kampfpanzer.

Russland zieht sich zurück – wird jetzt verhandelt?

Masala sagte, ob die Ereignisse vom Wochenende eine Wende im Krieg bedeuteten, "werden wir erst in den nächsten Tagen und Wochen sehen". Entscheidend komme es darauf an, ob es den russischen Streitkräften gelinge, die Front zu stabilisieren und ihre neuen Positionen auch unter den veränderten Bedingungen logistisch zu versorgen. Überrascht habe ihn der Zusammenbruch der russischen Front beim Vormarsch der Ukrainer. Er sprach von "Auflösungserscheinungen". "Die russische Armee hat sich nahezu kampflos sofort aus diesen Gebieten zurückgezogen", sagte er. Er verwies auf die geringe Motivation der Soldaten, in der Ukraine zu kämpfen.

Auch wenn Masala davor warnte, auf ein schnelles Kriegsende zu hoffen, sah er bessere Perspektiven für eine Verhandlungslösung. "Man sieht die ersten Anzeichen in Russland, dass die Logik, dass man von einer Fortführung des Konfliktes mehr gewinnen als verlieren kann, sich anfängt zu ändern." Dies könne den Weg für Verhandlungen ohne russische Vorbedingungen ebnen. Als entscheidenden Akteur auf russischer Seite erwartet Masala auch in Zukunft Präsident Wladimir Putin. "Ich sehe Putins Macht nicht in Gefahr", sagte er.

cl

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