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"Nicht nur Russlands Schuld": Uli Hoeneß zeigt Verständnis für Putin und seine Krim-Annexion

Beim Düsseldorfer Ständehaustreff wurde Uli Hoeneß überraschend politisch und äußerte sich zur Annexion der Krim durch Russland vor fast vier Jahren. Er kritisierte die Sanktionen und warb um Verständnis für Putins Politik.

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, gibt nicht nur Russland die Schuld an der Krim-Krise

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, gibt nicht nur Russland die Schuld an der Krim-Krise

Getty Images

Im März 2014 annektierte Russland die Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Nur wenige Länder erkennen diesen Schritt an. Die EU und USA verhängten Sanktionen gegen Russland, die bis heute gelten. Für Bayern Münchens Vereinspräsident Uli Hoeneß ist das die falsche Politik. "Die Deutschen machen einen Riesenfehler, dass wir die Russen permanent attackieren", sagte er am Montagabend beim Düsseldorfer Ständehaustreff, wie die "Rheinische Post" berichtet.

Ähnlich wie Altkanzler Gerhard Schröder äußert sich auch Hoeneß kritisch in Bezug auf die Sanktionen gegen Russland. "Es wäre viel besser, wenn wir kooperieren würden." Nichts werde sich ändern durch Aggression. "Ein Land wie Russland können Sie nicht so führen wie die Demokratie in Deutschland."

Uli Hoeneß unterläuft peinlicher Patzer

Für das Vorgehen Putins auf der Krim äußerte Hoeneß zudem Verständnis. "Ich bin nicht der Meinung, dass nur die Russen daran schuld waren, dass diese Krim-Geschichte passiert ist. Wenn die Nato immer näher kommt und an die russische Mittelmeerflotte heranrückt, dann möchte ich mal hören, wie Sie reagieren", sagte Hoeneß im Gespräch mit dem Chefredakteur der "Rheinischen Post" Michael Bröcker vor 550 Gästen.

Dass der Bayern-Chef dabei aus der russischen Schwarzmeerflotte plötzlich eine Mittelmeerflotte machte, entging dem Publikum nicht. Die Moskau-Korrespondentin der "Zeit", Alice Bota, machte zusätzlich darauf aufmerksam: "Schwarzmeer oder Mittelmeer, Hauptsache Italien", bemerkte sie spöttisch.

"Es ist nicht in Ordnung, dass der krieg passiert ist"

Davon ließ sich Hoeneß aber nicht beirren, fügte hinzu, dass es "nicht in Ordnung" gewesen sei, "dass der Krieg passiert ist". Seit der Krim-Annexion tobt im Osten der Ukraine ein Bürgerkrieg. Prorussische Separatisten kämpfen in der Region Donezk und dem angrenzenden Gebiet Luhansk gegen ukrainische Regierungstruppen. In dem Krieg starben UN-Angaben zufolge bisher mehr als 10.000 Menschen.

Die USA werfen Russland vor, die Separatisten zu unterstützen und den Konflikt weiter anzuheizen. Am Freitag erweiterte Washington die Sanktionsliste gegen Firmen und Einzelpersonen in Russland. Insgesamt wurden der US-Liste 20 Unternehmen und 21 Personen hinzugefügt.


ivi