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Gezielte Provokation?: Gefährliches Manöver: Russischer Jet soll sich US-Flieger auf 1,5 Meter genähert haben

Nur 1,5 Meter sollen einen russischen Kampfjet und eine US-Militärmaschine im Luftraum über dem Schwarzen Meer getrennt haben. Das Pentagon spricht von einer gezielten Provokation. Russland gibt den USA die Schuld.

Russland: SU-27 Kampfflugzeuge in einer Kunstformation

Russische SU-27 Kampfflugzeuge in einer Kunstformation: Ein solcher Jet soll einem US-Flieger über dem Schwarzen Meer gefährlich nah gekommen sein 

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Ein russischer SU-27-Kampfjet soll laut dem US-Verteidigungsministerium bei einem Manöver über dem Schwarzen Meer einem amerikanischen Aufklärungsflugzeug gefährlich nahe gekommen sein. Lediglich 1,5 Meter sollen die beiden Flieger zeitweise getrennt haben. Zunächst hatte der US-Sender CNN unter Berufung auf das Pentagon über den Zwischenfall berichtet. Inzwischen hat die US-Regierung die Meldung bestätigt.

Demnach soll die russische Maschine die Flugbahn der Amerikaner nur knapp vor dem Rumpf gekreuzt haben. "Unsicher und illegal", sei das Manöver gewesen, hieß es in einer Mitteilung. Russland habe "auf eklatante Art und Weise bestehende Vereinbarungen und internationales Recht gebrochen", während der US-Flieger sich an das internationale Recht gehalten habe, so das US-Verteidingungsministerium. 

"Provokativ und unter Umständen fatal"

1972 haben Russland und die USA das "Agreement for the Prevention of Incidents On and Over the High Seas" (INCSEA) unterzeichnet. Das Abkommen schreibt vor, bei der Annäherung von Flugzeugen und Schiffen der anderen Partei "die größte Vorsicht und Besonnenheit" walten zu lassen.

Das Pentagon forderte Moskau auf, "die unsicheren Aktionen zu beenden, welche das Risiko einer Fehlkalkulation, der Gefahr für die Besatzungsmannschaften auf beiden Seiten sowie Kollisionen in der Luft erhöhen." Laut der Sprecherin Heather Nauert betrachtet das US-Außenministerium den Vorfall mit "dem höchsten Level der Sorge".

Der Vorfall sei "unentschuldbar, provokativ und unter Umständen fatal", befand auch der CNN-Militärexperte John Kirby. 

Russland widerspricht Vorwürfen

Russland weist die Vorwürfe allerdings rigoros zurück. "Der gesamte Flug der russischen SU-27 ist streng im Einklang mit dem internationalen Recht erfolgt. Es gab keine außerordentlichen Situationen", teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Der Darstellung aus Moskau zufolge, habe sich ein "nicht identifiziertes Flugobjekt" dem russischen Luftraum genähert. 

Der russische Jet habe sich daraufhin in einer "sicheren Distanz" dem Objekt genähert und den ER-3E (Aries II), einen US-Fernaufklärer, identifiziert. Danach habe der russische Jet das US-Militärflugzeug begleitet, um eine Verletzung des russischen Luftraums zu verhindern. Die russischen Medien sprechen von einem erfolgreichen Abfangmanöver einer US-Aufklärungsmaschine.

ivi
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