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Umstrittenes Atomprogramm: Iran unzufrieden mit Atom-Gesprächen

Ein Durchbruch bei den Atomgesprächen mit dem Iran ist in weite Ferne gerückt, die Fronten sind verhärtet. Internationale Unterhändler fordern die iranische Führung auf, sich nun zu bewegen.

Die Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm verlaufen trotz positiver Signale weiter stockend. Iranische Unterhändler sind mit dem Verlauf der Verhandlungen in Bagdad nicht zufrieden. "Die Vorschläge beinhalten nichts Neues, sie sind unausgewogen und daher nicht nützlich", zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna nach dem Start der Gespräche am Mittwoch iranische Verhandlungskreise. Der staatliche Nachrichtensender Press TV berichtete auf seiner Internetseite: "Die Weltmächte haben erneut bewiesen, dass sie in ihren Verhandlungen mit dem Iran nicht ausreichend seriös sind."

Vertreter der 5+1-Gruppe (die fünf UN-Vetomächte China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA sowie Deutschland) haben einen Lösungsvorschlag auf den Tisch gelegt, der den Iran von der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent abbringen soll. Michael Mann, der Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, nannte dazu aber keine Einzelheiten. Ashton leitet die internationale Delegation.

Eine Anreicherung auf 20 Prozent reicht nicht für Atomwaffen, dafür wären mehr als 80 Prozent nötig. Aber höher angereichertes Uran ist schon ein größerer Schritt in diese Richtung. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das. Israel hat mehrfach indirekt mit Militärschlägen gegen iranische Atomanlagen gedroht.

Iran signalisiert Zugeständnisse

Ashton traf am Mittwochabend den iranischen Chefunterhändler zu einem Gespräch in engster Runde. Die Atomgespräche sollten nach Angaben der irakischen Gastgeber am Donnerstag fortgesetzt werden, ohne dass Details am Abend schon klar waren.

Unmittelbar vor der neuen Verhandlungsrunde hatte der Iran Zugeständnisse signalisiert. Teheran erklärte sich bereit, eine Vereinbarung zur genaueren Überprüfung seines Atomprogramms durch die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA zu unterzeichnen. Im Gegenzug fordert die iranische Führung, dass der Westen Sanktionen aufhebt.

jat/kave/DPA / dpa