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Urteil in Abwesenheit Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali zu 35 Jahren Haft verurteilt


Fünf Monate nach der Flucht ins Exil ist der tunesische Diktator Zine el Abidine Ben Ali in seiner Heimat zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Strafgericht sprach den Ex-Präsidenten und dessen Frau Leila in Abwesenheit der Veruntreuung von Staatsvermögen für schuldig.

Der gestürzte tunesische Präsident Zine El Abidine Ben Ali ist in einem ersten Prozess wegen illegaler Bereicherung in Abwesenheit zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Richter in der Hauptstadt Tunis verhängte am Montagabend auch gegen Ben Alis Ehefrau Leila Trabelsi eine 35-jährige Haftstrafe. Ben Ali wurde zudem zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 25 Millionen Euro verurteilt, seine Frau zur Zahlung von 20,5 Millionen Euro.

Der Prozess gegen Ben Ali und seine Ehefrau hatte erst am Montagmorgen begonnen. In dem Verfahren ging es zunächst vor allem um den Vorwurf, das Paar habe auf Kosten des Staates ein riesiges Vermögen angehäuft. Ben Ali muss sich zudem wegen der Entdeckung von Waffen und Drogen in seiner Residenz in Karthago verantworten. Ben Ali und seine Ehefrau waren bei dem Verfahren nicht anwesend.

In Tunesien hatten die Proteste in der arabischen Welt im Dezember ihren Anfang genommen. Nach mehrwöchigen Protesten floh Ben Ali am 14. Januar ins Exil nach Saudi-Arabien. Nach seiner Flucht wurden in einem der Präsidentenpaläste riesige Mengen an Bargeld und Schmuck entdeckt. Die Behörden der tunesischen Übergangsregierung fordern seitdem die Auslieferung Ben Alis und seiner Frau.

kng/DPA/AFP DPA

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