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Uruguay legalisiert kontrollierten Handel Marihuana aus der Apotheke


Uruguay hat als erstes Land der Welt Marihuana legalisiert. Die Regierung hofft, so den Drogenkartellen die Geschäftsgrundlage zu nehmen. In der Bevölkerung ist die Begeisterung verhalten.

Uruguay hat als erstes Land weltweit den Anbau und Verkauf von Marihuana unter staatlicher Kontrolle legalisiert. Der Senat stimmte am Dienstag mit einer knappen Mehrheit von 16 zu 13 Stimmen für eine entsprechende Regierungsinitiative, die bereits zuvor von der Abgeordnetenkammer gebilligt worden war. Das Gesetz geht auf die Initiative von Präsident José Mujica zurück. Dieser räumte am Dienstag ein, es gebe viele Zweifel an der Marihuana-Legalisierung. Im Kampf gegen den Drogenkonsum müssten jedoch "neue Wege" beschritten werden.

Der Kauf von monatlich bis zu 40 Gramm Marihuana soll nach dem neuen Gesetz in lizensierten Apotheken freigegeben werden. Privatpersonen dürfen bis zu sechs Cannabis-Pflanzen züchten. Zudem werden Marihuana-Clubs mit 15 bis 45 Mitgliedern erlaubt. Diese dürfen bis zu 99 Pflanzen pflegen.

Der Anbau und Handel soll von einer staatlichen Kommission kontrolliert werden. Dadurch soll unter anderem ausgeschlossen werden, dass Marihuana aus illegalem Anbau in den Handel geschleust wird. Die Konsumenten müssen sich in einem Register eintragen. Minderjährigen und Ausländern bleibt der Konsum verboten. Der Start des legalen Verkaufs wird für Mitte 2014 erwartet.

Opposition will Volksabstimmung

Die Initiative hat in Uruguay eine heftige Debatte ausgelöst. Eine von der Zeitung "El País" veröffentlichte Umfrage ergab, dass nur 29 Prozent der Befragten die Legalisierung von Marihuana unterstützten, während 64 Prozent sich dagegen aussprachen. Bislang waren in Uruguay der Konsum und der Besitz von Cannabis zum persönlichen Bedarf erlaubt, aber der Handel und Anbau verboten.

Mitglieder der Opposition bezeichneten das Gesetz als nicht mit der Verfassung des Landes vereinbar. Einige hatten vor der Abstimmung angekündigt, sie wollten im Fall einer Annahme des Gesetzes ein Referendum anstrengen, um es zu blockieren. In Uruguay können Volksabstimmungen mit Unterstützung von zwei Prozent der Stimmberechtigten erzwungen werden.

ono/DPA/AFP DPA

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