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US-Arbeitslosenzahlen: Romney wirft Obama Versagen bei Jobs vor

Die US-Arbeitslosenzahlen sind im Wahlkampffinale leicht gestiegen, zugleich gibt es aber unerwartet viele neue Jobs. Herausforderer Mitt Romney hält Barack Obama "Stillstand in der Wirtschaft vor".

Der im Wahlkampffinale mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht zeigt Licht und Schatten für die Regierung von Präsident Barack Obama: Die Erwerbslosenquote stieg im Oktober leicht auf 7,9 Prozent nach 7,8 Prozent, zugleich wurden aber binnen Monatsfrist 171.000 neue Stellen geschaffen. Das waren wesentlich mehr, als Experten erwartet hatten. Zudem wurde für die Vormonate das Jobwachstum um rund 90.000 Stellen nach oben korrigiert. Die Quote der Menschen ohne Job nahm dennoch zu, weil mehr als eine halbe Million Amerikaner zusätzlich auf den Arbeitsmarkt geströmt seien.

Ökonomen werteten die Entwicklung insgesamt positiv und sprachen von Zeichen für Optimismus. Vor allem die Konsumlaune habe sich verbessert.

Obama-Herausforderer Mitt Romney versuchte, die Zahlen dennoch für seine Zwecke zu nutzen: Sie seien ein Beleg für den Stillstand der Wirtschaft. "Die Arbeitslosenquote ist höher, als sie es bei Präsident Obamas Amtsantritt war. Es sind immer noch 23 Millionen Amerikaner auf der Suche nach Arbeit."

Statistik spricht gegen den Amtsinhaber

In der Tat wird es schwierig für Obama, bei der Wahl von dem beschleunigten Jobwachstum zu profitieren: Bei seinem Amtsantritt im Januar 2009 - auf dem Höhepunkt einer tiefen Rezession - lag die Quote bei 7,8 Prozent und damit niedriger als heute. Romney kritisierte den Amtsinhaber dafür, zu wenig für eine schnellere Erholung getan zu haben.

Zudem wurde seit dem Zweiten Weltkrieg mit Ronald Reagan nur einmal ein Präsident im Amt bestätigt, als die Arbeitslosenquote am Wahltag über sechs Prozent lag.

New Yorks Bürgermeister empfiehlt Obama

Rückendeckung bekam Obama dagegen von New Yorks Bürgermeister: Der parteilose Michael Bloomberg, früher Mitglied der Republikaner, empfahl den Demokraten am Donnerstag zur Wahl. "Wir brauchen Führungsstärke im Weißen Haus", sagte Bloomberg. In den vergangenen vier Jahren habe Obama "wichtige Schritte unternommen, um unseren CO2-Verbrauch zu senken". Der Präsident dankte Bloomberg für die Unterstützung und lobte ihn für seine "außergewöhnliche Arbeit" angesichts der Sturmkatastrophe.

In Umfragen gleichauf

Der Ausgang der Wahl am kommenden Dienstag steht auf Messers Schneide. In landesweiten Umfragen liegen Obama und Romney nahezu gleichauf. Der US-Präsident wird aber nicht nach dem nationalen Stimmenanteil, sondern von einem Gremium aus Wahlmännern gekürt, das die Ergebnisse aus den Bundesstaaten widerspiegelt.

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fw/DPA/AFP / DPA
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