US-BEZIEHUNGEN Weißes Haus schlägt versöhnlichere Töne an


»Wir waren viele Jahre lang gute Freunde, und wir werden gute Freunde bleiben.« Mit diesen Worten schlug US-Außenminister Powell erstmals wieder versöhnliche Töne gegenüber Berlin an.

Im Disput um die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush schlägt das Weiße Haus nun versöhnliche Töne gegenüber der Bundesregierung an. Die USA würden weiterhin gut mit Deutschland zusammenarbeiten, sagte Bush-Sprecher Ari Fleischer am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. »Und wir werden jedwede Spannungen überwinden.«

»Gute Freunde«

Noch am Dienstag hatte Fleischer erklärt, man werde nach den Wahlkampf-Äußerungen von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen. Außenminister Colin Powell betonte ebenfalls am Donnerstag, die USA und Deutschland würden gute Freunde bleiben. Es habe die US- Regierung »tief beunruhigt und beleidigt«, wie Schröder die Irak- Frage behandelt habe. Besonders erschreckt habe der Vergleich, den die seinerzeitige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin zwischen den Taktiken des Präsidenten und Adolf Hitlers gezogen habe. Jetzt sei es notwendig, sich zurückzuhalten und die Dinge im Zusammenhang zu sehen, fügte Powell dann hinzu und würdigte das deutsche Engagement in verschiedenen Bereichen.

Anerkennung der Bemühungen um Afghanistan

So hob der Minister den deutschen Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus hervor und lobte auch, dass Deutschland vor zehn Monaten die Afghanistan-Konferenz in Bonn und im Sommer die Loja Dschirga (Große Stammesversammlung) in Kabul erfolgreich ausgerichtet habe. Deutschland bilde ferner die afghanische Polizei aus und sei bereit, die Führung der Schutztruppe ISAF zu übernehmen. »Wir waren viele Jahre lang gute Freunde, und wir werden auch in den kommenden Jahren gute Freunde bleiben«, sagte Powell.


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