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Rücktritt nach Mitarbeiter-Affäre "Frauenfeindliche Kultur": Abgeordnete Hill rechnet in Abschiedsrede mit US-Präsident Trump ab

Die scheidende US-Demokratin Katie Hill
Die scheidende US-Demokratin Katie Hill
© Win McNamee / Getty Images / AFP
In ihrer letzten Rede vor dem US-Kongress hat Katie Hill mit der von Männern dominierten Politik unter US-Präsident Donald Trump abgerechnet. Die Demokratin trat wegen Enthüllungen über ihr Sexleben zurück.

Die scheidende Demokratin Katie Hill hat vor dem US-Kongress ihre letzte Rede gehalten und scharfe Kritik an dem von Männern dominierten Politikbetrieb und Donald Trump geübt. Sie prangerte eine "frauenfeindliche Kultur" an und warf diese auch dem US-Präsidenten indirekt vor. Hill hatte am Sonntag ihren Rücktritt wegen Enthüllungen über ihr Sexualleben angekündigt.

"Ich gehe wegen einer frauenfeindlichen Kultur", so Hill vor dem Kongress, "in der meine Nacktfotos konsumiert und Profit aus meiner Sexualität geschlagen wird – und die es meinem misshandelnden Ex ermöglicht, mich weiter zu misshandeln. Dieses Mal schaut das ganze Land zu." 

Katie Hill tritt nach Enthüllungen über Sexleben zurück

Die 32-Jährige erklärte ihren Rücktritt, nachdem der Ethik-Ausschuss im Repräsentantenhaus eine Untersuchung zu dem Vorwurf angekündigt hatte, die im November 2018 gewählte Abgeordnete habe "möglicherweise eine sexuelle Beziehung" mit einem ihrer Kongressmitarbeiter gehabt. Dies ist laut den Regeln der Kongresskammer untersagt. Die offen bisexuell lebende Politikerin wies den Vorwurf zurück.

Sie räumte aber ein, gemeinsam mit ihrem Ehemann eine sexuelle Dreierbeziehung mit einer Mitarbeiterin ihres Wahlkampfteams gehabt zu haben. Dies wäre kein Verstoß gegen die Regeln des Repräsentantenhauses, weil Hill zu diesem Zeitpunkt keine Abgeordnete war. Der Fall war durch Berichte der konservativen Nachrichtenseite "RedState" und der britischen Boulevardzeitung "Daily Mail" publik geworden. Veröffentlicht wurden auch Nacktbilder der aufstrebenden Jung-Demokratin. 

"Furchtbare Schmutzkampagne"

"Ich gehe", so Hill weiter, "aber wir haben Männer, denen glaubwürdig absichtliche Akte von sexueller Gewalt vorgeworfen werden". Dennoch würden sie etwa in Führungsetagen oder in "eben diesem Haus" bleiben. "Aber was noch schlimmer ist, im Oval Office."

Der Kampf gehe weiter, so Hill. Als ihre letzte Amtshandlung als Kongressabgeordnete habe sie daher "im Namen aller Frauen" für eine Resolution gestimmt, die Regeln für ein mögliches Amtenthebungsverfahren gegen Trump in der Ukraine-Affäre festlegt (lesen Sie hier mehr über die Hintergründe). 

In einem auf Facebook veröffentlichten Video prangerte Hill bereits an, dass rechte Medien und republikanische Gegner eine "furchtbare Schmutzkampagne" gegen sie koordiniert hätten. Mitgewirkt habe ihr Ehemann, mit dem eine Scheidungsprozedur läuft. In dem Video sagte die 32-Jährige, ihre Erfahrungen sollten nicht junge Frauen davon abhalten, in die Politik zu gehen. Zugleich dürfe ihr Fall nicht von der Untersuchung gegen US-Präsident Donald Trump in der Ukraine-Affäre ablenken.

Quellen: CNN (Youtube-Video von Katie Hills Rede), mit Material der Nachrichtenagentur AFP

fs

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