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US-mexikanische Grenze: Wildwuchs statt Stacheldraht

Während die USA überlegt, mit einer meterhohen Mauer illegale Einwanderer abzuschrecken, setzt die mexikanische Seite auf eine "grüne Mauer" - einem 1000 Kilometer langen, unwirtlichen Grenzdschungel.

Mit einer nur zehn Meter breiten, aber 1000 Kilometer langen "grünen Mauer" an der Grenze zu Texas will die mexikanische Regierung die illegale Einwanderung in die USA erschweren. Das schmale Band soll zwei größere Naturschutzgebiete südlich des Rio Grande verbinden. Diese Gebiete sind so unwirtlich, dass sich dort fast nur Schwarzbären oder Tiere wie der niederkalifornische Gabelbock herumtreiben. Und genau diese Wildnis soll auch so bleiben.

Mit der geplanten Einrichtung des Rio Bravo del Norte Natural Monuments und weiterer Naturschutzgebiete an der Grenze zu den USA soll verhindert werden, dass in diesen Gebieten Straßen und Siedlungen entstehen, die als Ausgangsbasis für Schmuggler dienen, die Menschen und Drogen über die Grenze bringen wollen.

In Naturschutzgebieten weniger Einwanderungsprobleme

Die mexikanischen Naturschutzgebiete spiegeln ähnliche Einrichtungen auf der Seite der USA. Zwar gibt es auch in den schon bestehenden Naturschutzgebieten Probleme mit der illegalen Einwanderung und mit Schmugglern, diese sind aber nicht so groß wie in den Regionen, in denen Straßen bis dicht an die Grenze heranführen.

Nach Einschätzung von Umweltschützern könnte die Einrichtung von Naturschutzgebieten - wenn sie entsprechend kontrolliert werden - weit effektiver sein, als der Bau von hoch technisierten Sperranlagen, wie dies im US-Kongress diskutiert wird. "Menschen gehen meist nicht durch die Wildnis und durch straßenlose Gebiete", sagt David Hodges von der Initiative Sky Island Alliance. "Die Menschen bleiben in der Nähe von Straßen. Da können sie sich nicht verlaufen und dort werden sie auch abgeholt. Straßen in diesen Gebieten wären verheerend."

Mark Stevenson/AP / AP