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Politik absurd Republikaner will sich mit IS verbünden - weil der gegen den Iran kämpft

Dana Rohrabacher sitzt für Trumps Republikaner im Repräsentantenhaus
Dana Rohrabacher sitzt für Trumps Republikaner im Repräsentantenhaus
© Paul Holston/AP
Sein Präsident Trump will den IS lieber heute als morgen besiegen. Der republikanische Abgeordnete Dana Rohrabacher hat da eine ganz andere Idee: Warum kann man sich mit der Radikalen nicht gegen den Iran verbünden?

Der Islamische Staat (IS) sorgt mit Anschlägen auf der ganzen Welt für Schlagzeilen, in seinem Hoheitsgebiet regiert er mit Enthauptungen, Vergewaltigungen und vielen weiteren Grausamkeiten. Für den US-Abgeordneten Dana Rohrabacher ist das wohl alles nicht so schlimm. Er denkt laut darüber nach, sich mit den Radikalen zu verbünden.

Anlass war der Anschlag des IS auf das Parlament im Iran mit 22 Toten. Der schiitische Gottesstaat gilt vielen US-Politikern als Erzfeind, trotz leichter Entspannungen in den letzten Jahren. Für Rohrabacher Grund genug, laut über ein Bündnis mit den sunnitischen Angreifern nachzudenken. Er sieht den Angriff als mögliche Folge des Engagements der USA mit sunnitischen Partnern, etwa den Saudis.

Ist das Trumps Plan?

"Ist es nicht etwas Gutes für uns, dass die USA endlich Sunniten unterstützen, die gegen die (schiitische) Hisbollah und die Schiiten-Bedrohung vorgehen?" fragte Rohrabacher in einer Anhörung des außenpolitischen Komitees. "Ist das nicht etwas Gutes? Und wenn ja, ist es vielleicht Trumps Strategie, eine der Gruppen gegen die andere zu unterstützen, wenn man bedenkt, dass beide terroristische Organisationen sind." Wie er darauf kommt, dass das Trumps Idee war, sagte er nicht.

Die anderen Mitglieder des Komitees reagierten alles andere als begeistert. "Der Islamische Staat hat sich zu den Anschlägen bekannt. Es ist niemals in unserem Interesse, den Islamischen Staat zu unterstützen", antwortet der sichtlich irritierte Experte Matt Levitt. "Wir sollten die Angriffe verurteilen, so wie wir alle terroristischen Attentate verurteilen."

Hitler-Keule

Rohrabacher lässt sich durch solche Anmerkungen nicht auß der Fassung bringen: "Sollten wir uns auch nicht mit schrecklichen Typen wie Stalin verbünden um jemanden wie Hitler zu kriegen?", fragte er in Anspielung an das Bündnis im Zweiten Weltkrieg. Vielleicht sei es eine gute Idee, radikale Muslime gegeneinander kämpfen zu lassen. Die anderen ließen sich aber auch mit der Hitler-Keule nicht überzeugen.

Der kalifornische Abgeordnete Rohrabacher machte in den letzten Wochen schon einmal negative Schlagzeilen. Mitte Mai tauchte ein Tonband auf, auf dem unter anderem der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, darüber spekulierte, dass Trump vom Kreml bezahlt wird. Außer Trump wurde von den anwesenden Republikanern ein weiterer Abgeordneter als von Putin gekauft vermutet: Rohrabacher.

mma

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