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Festnahme auf Hawaii: US-Soldat wollte offenbar für den IS "einen Haufen Leute töten"

Mehr als ein Jahr lang hatte das FBI gegen ihn ermittelt: Ein aktiver US-Soldat ist auf Hawaii festgenommen worden, weil er dem Islamischen Staat die Treue geschworen und einen Massenmord geplant haben soll.

Paul Delacourt (r.), Leiter des FBI_Büros in Hawaii , und Staatsanwalt Elliot Enoki

Paul Delacourt (r.), Leiter des FBI-Büros in Hawaii , und Staatsanwalt Elliot Enoki informieren vor dem Bundesgericht in Honolulu die Medien über den Fall

Das FBI hat im US-Bundesstaat Hawaii einen amerikanischen Soldaten festgenommen, der der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue geschworen haben soll. Der 34-Jährige habe versucht, militärische Dokumente an den IS weiterzuleiten sowie den Terroristen Ausbildung anzubieten, teilte die Bundespolizei in Honolulu mit. Er muss sich wegen Terrorismusvorwürfen verantworten.

Der Mann wurde den Angaben zufolge bereits am Samstagabend von einer Spezialeinheit des FBI festgenommen. Er habe zuvor einem Undercoveragenten des FBI gesagt, er wolle sein Gewehr nehmen, seine Magazine und "einen Haufen Leute töten", berichtet "Hawaii News Now". Der Leiter des FBI-Büros in Hawaii, Paul Delacourt, teilte mit, die Bundespolizei gehe davon aus, dass der Soldat allein gehandelt habe.

Verdächtiger war im Irak und in Afghanistan

Die Bundespolizei und die Armee hatten über ein Jahr lang gegen den Verdächtigen ermittelt. Man habe kontinuierlich Personal abgestellt, um sicherzustellen, dass keine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe, hieß es in der Mitteilung weiter.

Der Vater des Beschuldigten zeigte sich nach der Festnahme seines Sohnes fassungslos. "Niemand hat mir irgendetwas erzählt. Dies ist das erste Mal, das ich davon gehört habe", zitiert ihn der "Star Advertiser" aus Honolulu. "Ich habe noch nie davon gehört, dass er etwas mit dem IS zu tun hat."

Nach Angaben der Zeitung ist der Festgenommene seit drei Jahren auf dem Schofield-Barracks-Militärstützpunkt auf der Insel Oahu stationiert. Zuvor habe er zwei Auslandseinsätze für das US-Militär absolivert, den ersten im Irak und den zweiten in Afghanistan. Während eines dieser Einsätze habe sein Sohn vor einigen Jahren begonnen, den Islam zu studieren, berichtete der Vater dem "Star Advertiser" zufolge. Zuletzt habe er ihn vor etwa zwei Wochen gesehen, als sein Sohn vorbeigekommen sei, um mit ihm zu grillen, so der Vietnam-Veteran. Da habe er ihm noch gesagt, wie stolz er darauf sei, der Vater eines Armee-Soldaten zu sein.

Terror-Experte
mad / DPA