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US-Terrorprozess: Moussaoui will als Märtyrer sterben

Im Terror-Prozess gegen Zacarias Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft dem bekennenden Al-Kaida-Mitglied im Schlussplädoyer Mord durch Lüge vorgeworfen. - Und der scheint es auf sein eigenes Todesurteil anzulegen.

Das Al-Kaida-Mitglied Zacarias Moussaoui habe "mit mörderischer Absicht" über sein Wissen zu den Planungen der Anschläge vom 11. September 2001 gelogen, sagte Staatsanwalt David Raskin am Mittwoch vor dem Gericht in Alexandria. Er sei in die USA gekommen, um "so viele Amerikaner wie möglich zu töten". Die Geschworenen entscheiden im ersten Teil des Prozesses, ob Moussaoui für mindestens einen Toten der Terroranschläge vom 11. September 2001 mitverantwortlich ist. Sollten sie dem zustimmen, könnten sie in einem zweiten Verfahrensteil das Todesurteil fällen.

Moussaoui wollte für die Anklage aussagen

Die Staatsanwaltschaft will den Prozess für ergebnislos erklären lassen, sollten die erste Entscheidung der Geschworenen nicht einstimmig ausfallen. Damit könnte der Prozess mit einer neuen Jury neu aufgerollt werden. Die Verteidigung fordert dagegen, dass Moussaoui in diesem Fall zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Moussaoui selbst will offenbar seine eigene Verteidigung zu Fall bringen und ein Todesurteil forcieren, um als Märtyrer betrachtet zu werden. Schon vor seinem überraschenden Geständnis, als Todespilot für den 11. September 2001 eingeplant gewesen zu sein, versuchte er offenbar sich selbst zu belasten, wie neue Zeugenaussagen nahe legen.

FBI-Agent James Fitzgerald sagte am Dienstag vor Gericht aus, Moussaoui habe bei einem Gespräch im Februar erklärt, er wolle sein Leben nicht nach langer Haft im Gefängnis beschließen. Er habe gesagt, es sei etwas anderes, "in einer Schlacht zu sterben als auf einer Toilette im Gefängnis". Der 37-Jährige habe zunächst angeboten, als Zeuge der Anklage auszusagen, dass er als Attentäter des 11. September 2001 vorgesehen gewesen sei. Davon sei er aber wieder abgerückt, nachdem er erfahren habe, dass er auch als Zeuge der Verteidigung aussagen dürfe.

Zweifel am jüngsten Geständnis

Der Franzose marokkanischer Abstammung hatte am Montag vor Gericht erklärt, er sei als Todespilot eingeplant gewesen. Zuvor hatte er lediglich eingeräumt, an Anschlagsplänen beteiligt gewesen zu sein, eine Verwicklung in die Terrorakte vom 11. September aber zurückgewiesen. Am jüngsten Geständnis Moussaouis tauchten allerdings Zweifel auf. So erklärten zwei Al-Kaida-Strategen, der Angeklagte habe nichts mit den Anschlägen zu tun.

Matthew Barakat/AP / AP