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ANSCHLAG: Sprengstoffattentäter war der Polizei bekannt

Der Kleinkriminelle konvertierte offenbar während seiner Haft zum Islam, der bei ihm gefundene britische Pass dürfte echt sein. Die Fahndung nach Komplizen läuft.

Nach dem vereitelten Sprengstoffanschlag auf ein amerikanisches Passagierflugzeug kommen immer mehr Einzelheiten zur Identität des Täters ans Licht. Nach einem bericht der Zeitung »The Times«, ist der Mann ein Kleinkrimineller, der während der Haft zum Islam konvertierte. Der britische Generalkonsul in Boston, George Fergusson, gab an, dass der britische Pass auf den Namen Richard C. Reid, den der Mann bei seiner Festnahme bei sich hatte, offenbar echt ist.

Britischer Staatsbürger

»Wir müssen annehmen, dass er britischer Staatsbürger ist und das sieht immer wahrscheinlicher aus«, so Fergusson. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Pass gefälscht ist. Ein französischer Polizist bestätigte, dass Reid den britischen Behörden bekannt war. Die »Times« berichtete, dass Reids Mutter aus Großbritannien stammt, sein Vater aus Jamaika. Er scheint regelmäßig die Moschee Brixton in Südlondon besucht zu haben. Ein anderes Mitglied dieser Gemeinde, Zacarias Moussaoui, wurde in Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September in den USA wegen Verschwörung angeklagt.

Schon vorher verdächtig

Die Regierung in Sri Lanka hatte am Dienstag Mutmaßungen der französischen Behörden zurückgewiesen, wonach Reid aus Sri Lanka stammt und eigentlich Tariq Raja heißt. Die Außenministerium in Colombo erklärte, dass es dafür keine Beweise gibt. Ein französischer Polizist bestätigte außerdem, dass Reid die Nacht vor seinem Flug von Paris nach Miami auf Kosten der American Airlines in einem Hotel am Flughafen verbrachte. Er hatte seinen Flug verpasst, weil er wegen seines offenbar verdächtigen Verhaltens von der französischen Grenzpolizei befragt worden war.

Sprengstoff reichte für Katastrophe

Die amerikanischen Behörden teilten mit, der in Reids Schuhen versteckte Sprengsatz hätte ausreichen können, eine Katastrophe anzurichten. Der 28-Jährige wurde am Montag einem Haftrichter vorgeführt. Auf die Frage, ob er den Vorwurf - Einschüchterung der Flugzeugbesatzung - verstehe, antwortete Reid kurz mit »Ja«. Zudem bat er darum, vom Gericht einen Verteidiger zugewiesen zu bekommen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm 20 Jahre Haft. Die US-Bundespolizei FBI erklärte, dass der Vorwurf wahrscheinlich um weitere Punkte erweitert wird.

Fahndung nach weiteren Komplizen

Da der verwendete Sprengsatz sehr kompliziert gewesen ist, geht die Polizei davon aus, dass der Attentäter mit Komplizen zusammen gearbeitet hat. Die Fahndung nach seinen Helfern läuft mittlerweile auf Hochtouren. Nähre Einzelheiten wurden dazu nicht gemacht. Auch über die Art des verwendeten Sprengstoffs sowie dessen Herkunft wurde nichts bekannt gegeben.

Fluggäste und Besatzung des amerikanischen Passagierflugzeugs hatten den Mann am Samstag überwältigt, als er laut Augenzeugen den Sprengsatz zünden wollte. Die Maschine der American Airlines wurde von Kampfjets nach Boston umgeleitet. Alle 185 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.