HOME

US Space Force: Die Welt ist nicht genug - US-Regierung will Weltraum-Armee gründen - und hat schon ein Logo

Als Donald Trump die Idee im März erstmalig geäußert hatte, wurde sie belächelt. Nun aber enthüllt die US-Regierung Pläne für eine Weltraum-Armee. Die "Space Force" soll bis übernächstes Jahr Wirklichkeit werden.

Der letzte Versuch, im All militärisch aktiv zu werden, dümpelt noch in irgendwelchen Aktenschränken des US-Verteidigungsministerien herum: SDI hieß das Programm, das in den 1980er-Jahren entwickelt wurde, um sowjetische Raketen abzufangen. Sogar noch unter US-Präsident George W. Bush wurden die Pläne verfolgt. Nun, ein Jahrzehnt später, will die US-Regierung wieder eine All-Armee. Bis zum Jahr 2020 soll eine eigene Streitkraft für die Verteidigung im Weltraum ins Leben gerufen werden, sagte US-Vizepräsident Mike Pence: "Die Zeit ist gekommen, die Space Force zu gründen." Er rief den Kongress dazu auf, einer sechsten US-Teilstreitkraft zuzustimmen. Pence kündigte an, die Regierung von Präsident Donald Trump werde den Kongress dafür im Verteidigungsbudget 2020 zunächst um acht Milliarden Dollar für einen Fünfjahreszeitraum bitten.

China entwickelt Weltraumwaffen

verwies auf die Entwicklung von Weltraumwaffen durch Russland und China, die etwa US-Satelliten bedrohen und Navigationssysteme wie GPS stören könnten. "Es ist nicht genug, nur eine amerikanische Präsenz im Weltraum zu haben. Wir müssen amerikanische Dominanz im Weltraum haben. Und das werden wir", sagte Pence. "Frieden kommt nur durch Kraft. Im Bereich des Weltalls wird die United States Space Force in den nächsten Jahren diese Kraft sein."

Im Pentagon-Bericht hieß es weiter, Ziel sei es, "lebensnotwendige US-Interessen im Weltraum zu schützen". Die USA müssten uneingeschränkten Zugang zum All haben und dort frei operieren können, "um Amerikas Sicherheit, wirtschaftlichen Wohlstand und wissenschaftliche Erkenntnisse voranzubringen".

Die ersten Reaktionen auf die neuen Pläne fallen durchwachsen aus. Vor allem der finanzielle Aufwand erscheint vielen zu hoch. Die linke Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez schrieb auf Twitter, das zwar Geld für eine Space Force da sei, aber nicht für das Gesundheitssystem. Der frühere Astronaut Mark Kelly sagte, der einzige Mensch, der dies für eine fantastische Idee hält, ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Alle anderen halten sie für überflüssig und vergeuderisch. Unterstützung gibt es allerdings auch parteiübergreifend: In einer gemeinsamen Erklärung eines demokratischen und eines republikanischen Abgeordneten, heißt es: "Wir weisen seit Jahren auf die Notwendigkeit hin, unsere Weltraumansprüche zu schützen", so Mike Rogers und Jim Cooper.

Space-Force-Logos zu kaufen

Unmittelbar nach der Ankündigung hat eine Trump nahestehende Lobbygruppe sechs mögliche Logos für die neue Streitkraft zur Abstimmung gestellt. Die Varianten des "Trump Make America Great Again Committee" erinnern an klassische Weltraummissions-Aufnäher. Darunter ist auch eine eher plumpe Kopie des Nasa-Logos. Was vielen Amerikaner unangenehm aufstößt: Die Lobbygruppe will mit den Zeichen einen Reibbach machen. Nach eigenen Angaben gibt es Pläne, aus eine ganze Produktlinie mit dem Gewinnerlogo zu produzieren und unters Volk zu bringen.

nik mit DPA