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"Day Without Immigrants": Aktion zeigt Trump: So würden die USA ohne Migranten aussehen

Am "Day Without Immigrants" bekamen die Amerikaner einen Vorgeschmack darauf, wie ihr Land ohne Migranten aussehen würde.  Es bleiben zahlreiche Restaurants und Läden geschlossen. Und die restlichen mussten auf Kunden verzichten.

USA: Ein geschlossenes Restaurant in Washington

Ein geschlossenes Restaurant in Washington. In den USA nahmen am Donnerstag zahlreiche Geschäfte an der Aktion "Day Without Immigrants" teil.

Von Fastfood-Restaurants über schicke Lokale bis zu kleinen Geschäften - landesweit sind in den am Donnerstag dutzende Läden aus Solidarität mit Einwanderern geschlossen geblieben. Allein in Washington beteiligten sich rund 70 Restaurants am "Day Without Immigrants", einer Protestaktion gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. Die Kampagne sollte zeigen, wie ein Tag in den USA aussieht, wenn Einwanderer nicht zur Arbeit gehen und auch nicht konsumieren.

Einige Lokale blieben geschlossen, weil ihre Angestellten dem Aufruf folgten und nicht zur Arbeit erschienen, andere beteiligten sich aus Solidarität an der Aktion. Auch in New York, Los Angeles und anderen Städten des Landes blieben Einwanderer zu Hause, nahmen ihre Kinder für einen Tag aus der Schule und fuhren weder einkaufen noch tanken. Ein Museum in Massachusetts entfernte für einen Tag alle Kunstwerke, die von Einwanderern geschaffen oder gespendet wurden. An einer Salatbar unweit des Weißen Hauses in hing ein Schild: "Wir alle drei sind Söhne von Einwanderern", schrieb das Gründer-Trio. "Wir respektieren das Recht unserer Mitarbeiter, ihre Stimme in unserer Demokratie zu erheben." Alle 18 Filialen der Kette in Washington blieben am Donnerstag zu.

My mom is protesting today by showing America a world without immigrants. #daywithoutimmigrants

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"Migranten sind die Seele der Dienstleistungsindustrie"

Auch der aus Spanien stammende bekannte Koch José André schloss fünf seiner Restaurants in mehreren Städten für einen Tag. Er liegt mit dem US-Präsidenten im Rechtsstreit, weil er sich von Plänen zurückgezogen hatte, in Trumps Hotel in Washington ein zu eröffnen. Als Grund gab er Trumps kritische Äußerungen über Einwanderer im Wahlkampf an.

Besonders in der Gastronomieindustrie sind viele Einwanderer beschäftigt. Von den 14.4 Millionen Beschäftigten sind 23 Prozent im Ausland geboren. Wobei über eine Million Arbeiter in dieser Branche gar nicht registriert seien, berichtet CNN unter Berufung auf eine Studie des Pew-Forschungszentrums. 

" sind das Rückgrat dieses Landes und die Seele der Dienstleistungsindustrie", sagte Matt Carr, Inhaber des "Little Red Fox Restaurants" in Washington. "Ohne sie würde unser kleiner Betrieb zusammenbrechen", zitiert ihn der Sender. "Sie gehören zu unserer Familie und ich mache mir Sorgen um ihre Zukunft."

Nicht alle Migranten beteiligen sich an der Aktion

Doch nicht alle sind bereit, sich an dem "Day Without Immigrants" teilzunehmen. So zum Beispiel Sean Linnane. "Achtung, ich bin ein Immigrant und ich arbeite heute", schrieb der Australier auf Twitter.

Gegenüber CNN erklärte er, dass er keine Probleme mit den Migranten aus Südamerika hätte, doch er sei der Meinung, dass strengere Kontrollen notwendig sind. Persönlich möge er zwar Trump nicht, aber sein Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimischen Ländern wie Syrien halte er für sinnvoll.

Hunderte Protestierende demonstrieren in Detroit, Michigan, als Teil der landesweiten Proteste "A Day Without Immigrants"

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ivi/AFP
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