VG-Wort Pixel

Sarah Huckabee Sanders Schleppende US-Impfkampagne – Ex-Sprecherin des Weißen Hauses wirbt für "Trump-Impfstoff"

Sarah Huckabee Sanders
Sarah Huckabee Sanders: "Beten Sie, diskutieren Sie es mit Ihrer Familie und Ihrem Arzt"
© Saul Loeb / AFP
Sarah Huckabee Sanders will Gouverneurin von Arkansas werden. Im Wahlkampf wirbt die frühere Trump-Sprecherin nun auf bizarre Art für die Impfung. Unterdessen kündigt US-Präsident Joe Biden neue Maßnahmen gegen die schleppende Impfkampagne an.

In den USA herrscht ein Wettlauf zwischen den steigenden Infektionszahlen und den stagnierenden Impfungen. Selbst immer mehr Republikaner werben inzwischen öffentlich dafür, sich impfen zu lassen. So hat auch die ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, die Menschen aufgefordert, dem von ihr getauften "Trump-Impfstoff" zu vertrauen.

Sanders arbeitete von Juli 2017 bis Ende Juni 2019 für den damaligen US-Präsidenten Donald Trump – und galt als eine seiner loyalsten Mitarbeiterinnen. Sie war damals immer wieder in die Kritik geraten, weil sie Trumps Unwahrheiten weiterverbreitete. Nun will sie die nächste Gouverneurin von Arkansas werden. 

Sanders: "Es ist klar, dass der Trump-Impfstoff funktioniert"

Unter dem Titel "Die Gründe für die Impfung" hat Sanders nun einen Meinungsartikel in der Zeitung "Arkansas Democrat Chronicle" geschrieben. Zudem nutzte sie den Beitrag, um die US-Demokraten, die Medien sowie Top-Virologe Anthony Fauci zu kritisieren.

In der Pandemie seien ihr "von Politikern und den Medien jede Menge Fehlinformationen entgegengeschleudert worden", schrieb sie. Vielen Amerikanern sei es genauso ergangen. Darüber, dass speziell ihr ehemaliger Chef zahlreiche falsche Informationen verbreitet hatte – wie zum Beispiel, dass Desinfektionsmittel oder "ultraviolettes oder einfach starkes Licht" gegen das Virus helfen könnte – verlor sie kein Wort. Stattdessen schrieb Sanders, seien es "Dr. Fauci und die 'Weil die Wissenschaft es so sagt'-Menge aus arroganten, herablassenden Politikern und Bürokraten" gewesen, die unter anderem mit ihren Shutdowns falschgelegen hätten. Diese hätten der Bevölkerung und der Wirtschaft unermesslichen Schaden zugefügt.

"Trump-Impfstoff funktioniert und rettet Leben"

In dem Artikel wandte sich Sanders an alle, "die immer noch die Vorteile einer Impfung abwägen". Ihnen riet sie: "Beten Sie, diskutieren Sie es mit Ihrer Familie und Ihrem Arzt." Man solle "den Lärm und die Angstmacherei und die Herablassungen ausblenden" – und dann die beste und informierteste Entscheidung treffen. Sie selbst habe nach Rücksprache mit ihrem Arzt entschieden, dass die Vorteile einer Impfung gegenüber allen potenziellen Risiken überwögen. "Es ist klar, dass der Trump-Impfstoff funktioniert und Leben rettet." 

Biden kündigt neue Impf-Maßnahmen an

Auch US-Präsident Joe Biden erklärte mit Nachdruck, die USA müssten bei der Impfkampagne "besser werden". Im Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen kündigte er neue Maßnahmen an, um das Impftempo wieder zu erhöhen. Eine bereits viel debattierte Impfpflicht werde für die mehr als zwei Millionen Bundesangestellten des Landes "in Erwägung gezogen", sagte Biden gegenüber den Geheimdiensten.

Die Stadt New York und der Bundesstaat Kalifornien haben in der hitzigen Debatte bereits ein Zeichen gesetzt. Sie kündigten an, dass sich die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes entweder impfen lassen oder wöchentliche Corona-Tests machen müssen. Zudem empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC auch Geimpften wieder das Tragen von Masken. Diese sollten in Hochrisikogebieten in Innenräumen einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen, teilte die Behörde mit.

In den USA liegt der jüngste Sieben-Tage-Durchschnitt der täglichen Neuinfektionen bei mehr als 56.000 – ähnlich hoch wie zuletzt im April. Mehr als 610.000 Amerikanerinnen und Amerikaner sind bisher an den Folgen einer Coronainfektion gestorben.

Quellen: "Guardian", "Arkansas Democrat Chronicle", mit AFP

les

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker