USA Fischer will belastete Beziehungen verbessern


Bundesaußenminister Joschka Fischer reist am Mittwoch in die USA, um die transatlantischen Beziehungen zu entspannen und über die Irak-Politik zu beraten.

Bundesaußenminister Joschka Fischer reist am Mittwoch in die USA, um die transatlantischen Beziehungen zu entspannen und über die Irak-Politik zu beraten.

Hitler-Vergleich

Fischer hatte vor der Reise erklärt, er wolle helfen, »Irritationen« der deutsch-amerikanischen Beziehungen auszuräumen. In der Bundesregierung hieß es, es gehe um die atmosphärischen Verstimmungen, etwa über den angeblichen Vergleich zwischen US-Präsident George W. Bush und Adolf Hitler durch die damalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD). Inhaltliche Zugeständnisse in der Irak-Politik werde der Minister nicht machen. Fischer sagte, er werde die deutsche Skepsis gegenüber den US-Plänen für den Irak vortragen. Er bekräftigte, Deutschland werde sich an einem Angriff gegen den Irak nicht beteiligen.

Treffen mit Colin Powell

Fischer will am Mittwochabend in Washington seinen US-Kollegen Colin Powell treffen. Powell hatte erklärt, es gebe zwar ein Problem in den deutsch-amerikanischen Beziehungen. Beide Staaten würden die Schwierigkeiten aber überwinden. In New York will Fischer mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen (UNO), Kofi Annan, und weiteren UNO-Politikern über die Irak-Politik beraten. Als Mitglied im UNO-Sicherheitsrat ist Deutschland ab Januar an den Entscheidungen zu Irak beteiligt.

Militärschlag sei falsch

Fischer bezeichnete in einem Interview der »Bild«-Zeitung die deutsch-amerikanischen Beziehungen als gut und stabil. Gleichwohl könne es in einem Bündnis unter Freunden immer wieder auch die eine oder andere Differenz geben. »Es hat keine anti-amerikanischen Parolen gegeben«, unterstrich der Außenminister. »Was hat das mit Anti-Amerikanismus zu tun, wenn wir deutlich sagen, dass wir einen Militärschlag gegen den Irak für falsch halten ?«


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