US-Vizepräsident
J.D. Vance ermahnt Papst, „vorsichtig“ zu sein

JD Vance mit Papst Leo XIV. (Archivfoto)
J.D. Vance mit Papst Leo XIV. (Archivfoto)
© ABACA / DPA
Nach Trumps Kritik widerspricht auch sein Vize Vance dem Papst erneut deutlich und fordert Zurückhaltung. Die Spannungen zwischen Vatikan und Weißem Haus wachsen.

US-Vizepräsident J.D. Vance hat die Kritik von Papst Leo XIV. am Krieg gegen Iran zurückgewiesen und den Pontifex zur Zurückhaltung aufgefordert. Bei einer Veranstaltung der konservativen Organisation Turning Point USA mahnte Vance, Aussagen über Theologie müssten „in der Wahrheit verankert“ sein. „In derselben Weise, wie es wichtig ist, dass der Vizepräsident der Vereinigten Staaten vorsichtig ist, wenn er über Fragen der öffentlichen Politik spricht, ist es, denke ich, sehr, sehr wichtig, dass der Papst vorsichtig ist, wenn er über Fragen der Theologie spricht“, sagt der US-Vizepräsident. 

Zugleich betonte Vance, dass er den Papst bewundere und nichts dagegen habe, dass dieser sich zu aktuellen Ereignissen äußere. Allerdings widersprach er dessen Haltung zum Konflikt im Nahen Osten. Leo XIV. hatte in der vergangenen Woche in sozialen Medien erklärt, Gott segne keinen Konflikt. „Wer ein Jünger Christi, des Fürsten des Friedens, ist, steht niemals auf der Seite derjenigen, die einst das Schwert führten und heute Bomben abwerfen“, schrieb der Papst.

Kontroverse zwischen Trump und Papst bringt Vance in die Bredouille

Bei der Veranstaltung stellte Vance die Frage, ob die Aussage des Pontifex auch für den Zweiten Weltkrieg gelte, als amerikanische Truppen Frankreich von Nazi-Deutschland befreiten und Menschen aus Konzentrationslagern retteten. „Wie kann man sagen, dass Gott niemals auf der Seite derjenigen steht, die das Schwert führen?“, so Vance.

Es ist nicht das erste Mal, dass Vance versucht, den Papst in die Schranken zu weisen. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News hatte der US-Vizepräsident am Montag gesagt, es sei „das Beste für den Vatikan, sich auf moralische Fragen zu beschränken“.

Die Äußerungen fielen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen dem Vatikan und dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump hatte den Papst zuvor öffentlich angegriffen und dessen Haltung zum Irankrieg als „schwach“ bezeichnet. Vance gerät damit in eine heikle Lage: Er gehört zu den prominentesten Katholiken in der US-Politik, und hatte seinen Übertritt zum Katholizismus 2019 mehrfach öffentlich thematisiert. 

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