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US-Anklage wegen Drogenhandels: "Du bist ein Widerling, Donald Trump!" Venezuelas Staatschef redet sich in Rage

Die Anklage lautet auf "Drogen-Terrorismus": Auf Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro haben die USA 15 Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt. Der Beschuldigte flippt verbal aus.

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro ist extrem wütend über die in den USA gegen ihn erhobene Anklage wegen Drogenhandels. "Du bist ein Widerling, Donald Trump!" sagte Maduro am Donnerstag in einer Fernsehansprache über den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Der linksnationalistische Staatschef nannte Trump auch einen "Cowboy" und "Rassisten" und beschuldigte ihn, in den internationalen Beziehungen Erpressungsmethoden anzuwenden.

Kurz zuvor hatten die USA bekannt gegeben, dass sie den venezolanischen Staatschef und mehrere Vertraute wegen Drogenhandels und Geldwäsche anklagen. Die venezolanische Regierung arbeite mit Dissidenten der früheren kolumbianischen Rebellenorganisation Farc zusammen, um Kokain über Mittelamerika in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln, sagte US-Justizminister William Barr.

Regime in Venezuela "voller Korruption und Kriminalität"

Die Regierung in Washington setzte ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf Maduro aus. Außenminister Mike Pompeo erklärte, die Belohnung werde für Hinweise gezahlt, die zur Ergreifung des venezolanischen Präsidenten führten. "Das Maduro-Regime ist voller Korruption und Kriminalität", sagte Barr.

Fahndungsposter für Nicolas Maduro, Präsident von Venezuela

Das Fahndungsposter der USA für Nicolas Maduro, Präsident von Venezuela, erinnert ein bisschen als die Cowboy-Zeit. Foto und Plakat kommen aus dem US-Justizministerium.

DPA

Maduro bezeichnete die Anklageerhebung als "extremistisches" Vorgehen, das auf falschen Vorwürfen beruhe. Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza erklärte, Trump greife mit der Anklage "einmal mehr das venezolanische Volk und seine demokratischen Institutionen" an. Es handle sich um den Versuch, "eine neue Form von Staatsstreich" zu begehen.

Die Trump-Regierung unterstützt im Machtkampf in Venezuela den Oppositionsführer Juan Guaidó und hat bereits eine Reihe von Sanktionen gegen die Maduro-Regierung verhängt. Die US-Regierung erkennt Maduro nicht als rechtmäßigen Präsidenten des Landes an. Stattdessen haben die USA ebenso wie mehr als 50 andere Staaten - darunter Deutschland - Guaidó als Staatschef anerkannt, der sich Anfang vergangenen Jahres zum Übergangspräsidenten ausgerufen hatte.

anb / AFP / DPA