Verschleppte Soldaten Massendemonstration in Tel Aviv


Tausende Israelis haben die Freilassung von zwei verschleppten Soldaten gefordert. Die Demonstranten haben Regierung zudem zu mehr Engagement aufgerufen.

In Tel Aviv haben tausende Israelis auf einer Massenkundgebung die Freilassung dreier von Moslem-Extremisten verschleppter Soldaten gefordert. Nach Polizeiangaben versammelten sich in Tel Aviv rund 40.000 Menschen. Sie erinnerten an das Schicksal der Soldaten und riefen die Regierung ihres Landes dazu auf, sich für die Befreiung der Soldaten einzusetzen. "Ich bitte den Ministerpräsidenten und die Verantwortlichen der internationalen Gemeinschaft: Dies ist die Zeit, zu handeln, und sie nach Hause zu bringen", sagte Karnit Goldwasser, die Ehefrau eines der von der libanesischen Hisbollah-Miliz verschleppten Soldaten, auf der Kundgebung. "Die Soldaten dürfen nicht vergessen werden" war auf mehreren Transparenten auf der Kundgebung zu lesen. Es war die größte Versammlung dieser Art, seit der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah am 14. August in Kraft trat.

Zwei israelische Soldaten waren am 12. Juli von der libanesischen Hisbollah entführt worden, was den Krieg Israels gegen die Miliz ausgelöst hatte. Im Gazastreifen hatten bereits am 25. Juni radikale Palästinenser einen israelischen Soldaten verschleppt. Israel begann daraufhin eine Militäroffensive in dem Palästinensergebiet.

Libanesische Regierung als Mittelsmann

Kurz vor Beginn der Kundgebung in Tel Aviv war aus israelischen politischen Kreisen verlautet, Israel sei grundsätzlich zu Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch bereit. Allerdings müssten die Verhandlungen über die libanesische Regierung laufen, Gespräche mit der radikal-islamischen Hisbollah seien ausgeschlossen, sagte ein israelischer Spitzenpolitiker. Zunächst müssten die beiden von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten an die Regierung in Beirut übergeben werden, sagte der Politiker. Dann könne auch die Freilassung von libanesischen Gefangenen in Israel diskutiert werden. Wahrscheinlich sei jedoch, dass auch die Gespräche mit der libanesischen Regierung über einen Vermittler geführt würden. Israel habe diese neue Position schon UN-Generalsekretär Kofi Annan erläutert.

Bislang hat die Regierung einen Gefangenenaustausch stets abgelehnt. Die Hisbollah fordert die Freilassung Tausender in Israel inhaftierter Araber.

Reuters Reuters

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