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Völkermord Haftbefehl für Sudans Staatschef Omar al-Baschir


Schuldig am Tod von 300.000 Menschen? In Den Haag hat der Internationale Strafgerichtshof am Montag einen Haftbefehl wegen Völkermords gegen den sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir erlassen.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat am Montag einen Haftbefehl wegen Völkermords gegen den sudanesischen Präsidenten Omar el Baschir erlassen. Bislang lag beim IStGH bereits ein Haftbefehl gegen Baschir wegen Kriegsverbrechen in der Krisenregion Darfur vor.

Seit sieben Jahren ist die westsudanesische Region Darfur für einen blutigen Konflikt bekannt, dem nach Angaben der Vereinten Nationen bis heute mindestens 300 000 Menschen zum Opfer fielen. Viele der insgesamt 6 bis 7 Millionen Einwohner verhungerten oder starben wegen der katastrophalen hygienischen Bedingungen an Krankheiten wie Durchfall. Die Kämpfe zwischen schwarzafrikanischen Aufständischen und der muslimischen Zentralregierung trieben rund drei Millionen Menschen in die Flucht. Die drei Provinzen der Region Darfur ("Land der Fur") grenzen an die Zentralafrikanische Republik, Libyen und Tschad und sind etwa anderthalb mal so groß wie Deutschland.

Die Lage war 2003 nach einem Aufstand schwarzafrikanischer Rebellen eskaliert. Diese forderten die Gleichberechtigung der nicht- arabischen Bevölkerung und sagten der sudanesischen Regierung den Kampf an. Zur Unterdrückung des Aufstands bewaffnete die Führung in der Hauptstadt Khartum arabische Reitermilizen, die sogenannten Dschandschawid. Gemeinsam mit regulären Armee-Einheiten gingen sie gezielt gegen Angehörige der schwarzen Bevölkerungsmehrheit vor. Sie mordeten, vergewaltigten und brannten ganze Dörfer nieder. Der Konflikt ist bis heute nicht beendet. Wegen Kriegsverbrechen erließ der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag im März 2009 einen Haftbefehl gegen Sudans Staatschef Omar al-Baschir. Und nun den Haftbefehl wegen Völkermords.

AFP/DPA DPA

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