HOME

Vorwahlkampf der US-Republikaner: Ex-Pizzakönig knapp hinter Mitt Romney

Mitt Romney muss sich warm anziehen. Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner schmilzt sein Vorsprung auf Ex-Pizzakönig Herman Cain. In einer Fernsehdebatte am Dienstag trafen beide aufeinander.

Die Bewerber der Republikanischen Partei für die US-Präsidentschaftskandidatur haben sich am Dienstag (Ortszeit) ein hitziges TV-Duell geliefert. Besonderes Augenmerk galt dem früheren Pizzakönig Herman Cain, der zuletzt deutlich an Beliebtheit gewann und in einer aktuellen Umfrage nur noch einen Prozentpunkt hinter dem Langzeit-Favoriten Mitt Romney liegt. Gegen seine sechs anwesenden Konkurrenten verteidigte der Afroamerikaner seinen umstrittenen Steuerplan mit dem Slogan "9-9-9", der einen einheitlichen Satz von neun Prozent für die Einkommens- , Unternehmens- und Mehrwertsteuer vorsieht. Cain sagte, seine Kritiker würden den Plan nicht verstehen.

In einer am Dienstag vor dem TV-Duell veröffentlichten CNN/ORC-Umfrage hatten sich 25 Prozent für Cain ausgesprochen, während 26 Prozent Romney unterstützten. Der Drittplatzierte Perry, der ursprünglich als Favorit galt, lag weit abgeschlagen. Allerdings hielten die meisten der Befragten Cain nicht für den möglichen Sieger der parteiinternen Vorwahlen: 51 Prozent meinten, Romney habe die besten Chancen, nur 18 Prozent sagten dies von Cain.

Der Afroamerikaner, der früher an der Spitze der Pizza-Kette Godfather's Pizza stand, hat noch nie ein öffentliches Amt bekleidet. 2004 bewarb er sich vergeblich um einen Sitz im US-Senat. Dem glühenden Anhänger der ultra-konservativen Tea-Party-Bewegung wurden anfangs allenfalls Außenseiterchancen eingeräumt, doch machte er zuletzt bei Fernsehdebatten mit möglichen republikanischen Kandidaten eine gute Figur.

Als einziger der acht Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur blieb der ehemalige US-Botschafter Jon Huntsman der Debatte in Las Vegas fern. Er sprach stattdessen vor Anhängern in New Hampshire. Huntsman boykottierte die TV-Debatte aus Protest gegen die Entscheidung des Bundesstaates Nevada, die Vorwahlen vorzuziehen und damit New Hampshire zu überholen.

jwi/AFP / AFP