Wahlen im Irak Reformorientierte Bündnisse legen zu

Bei der Parlamentswahl im Irak haben neue Wahlbündnisse und reformorientierte Kräfte den etablierten Allianzen kräftig Konkurrenz gemacht.

Bei der Parlamentswahl im Irak haben neue Wahlbündnisse und reformorientierte Kräfte den etablierten Allianzen kräftig Konkurrenz gemacht. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag nach Angaben der Wahlkommission landesweit bei rund 65 Prozent.

Nach ersten inoffiziellen Schätzungen vom Montag konnte sich die Al-Irakija-Liste, ein Bündnis von säkularen Schiiten und Sunniten, als dritte wichtige Kraft behaupten - neben der Rechtsstaat-Koalition von Ministerpräsident Nuri al-Maliki und der mit Teheran eng verbandelten Schiiten-Allianz von Ammar al-Hakim.

Die regierungskritische Nachrichtenagentur INA sah die Al-Irakija- Liste unter Führung von Ex-Ministerpräsident Ijad Allawi in der Provinz Dijala sogar auf Platz eins. Verluste habe dagegen die sunnitische Konsensfront einstecken müssen, die bisher die größte Fraktion der Sunniten im Parlament war.

Nach unbestätigten Angaben aus den Nordprovinzen konnte die neue kurdische Liste Goran ("Wandel") im Autonomiegebiet der Kurden zulegen. Die beiden etablierten Kurdenparteien KDP und PUK sollen aber gemeinsam noch die Mehrheit haben.

Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete unterdessen, nach der Attacke auf ein Wohnhaus im Bagdader Stadtteil Ur vom Vortag sei die Zahl der Todesopfer auf 25 gestiegen. 19 Menschen seien verletzt worden, als das Haus von Granaten getroffen wurde und einstürzte. Am Sonntag war zunächst von 13 Toten die Rede gewesen.

DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker