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Was mich bewegt Nichts wird gut in Afghanistan


Zum dritten Mal seit Beginn der westlichen Intervention werden in Afghanistan Präsidentschaftswahlen stattfinden. Die Taliban haben angekündigt, jeden umzubringen, der sich daran beteiligt.
Von Axel Vornbäumen

Manchmal muss ich an Peter Struck denken, den früheren Verteidigungsminister. Unser Verhältnis war rau, aber herzlich. Ich hatte mal geschrieben, sein Satz "Die Sicherheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt" sei Stuss. Er nannte mich daraufhin bei nächster Gelegenheit ein "A... hoch 3". Es war die Zeit der Sinnsuche für den deutschen Militäreinsatz in Afghanistan. Die Begründungen wandelten sich, und manchmal war der Ehrgeiz überbordend naiv. Das Land sollte langfristig zu einer Demokratie – ja, was eigentlich? – umerzogen werden. Das ist schiefgegangen, wie zu besichtigen ist, auch wenn das repräsentative Silberbesteck der Demokratie demnächst wieder ausgepackt wird.

Afghanistan ist ein gescheitertes Experiment

Zum dritten Mal seit Beginn der westlichen Intervention werden dort Präsidentschaftswahlen stattfinden. Die Taliban haben angekündigt, jeden umzubringen, der sich daran beteiligt. So viel zur Stabilität in diesem Land, an dem der Westen längst sein gesteigertes Interesse verloren hat – und nun nicht mal mehr nach Gründen sucht, warum er dort seine Truppen abziehen kann. Nähme man all das ernst, was über die Jahre verlautbart wurde, dann gäbe es auch keine. Die Truppen müssten bleiben. Afghanistan – es ist letztlich ein gescheitertes Experiment moralisch aufgeladener Außen- und Sicherheitspolitik. Zu große Töne wurden gespuckt. Wahrscheinlich auch, weil man von der Legitimität des eigenen Tuns nie so richtig überzeugt war.

Die Kolumne ...

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