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Umstrittener Wahlkampfauftritt: Wenn Donald Trump 13 Sekunden Schweigen für "schnell weiterreden" hält

Als seine Anhänger hasserfüllt "Schickt sie zurück" skandierten, will Donald Trump schnell weitergeredet haben, um kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Eine glatte Lüge, die die US-Comedysendung "Daily Show" mit treffenden Vergleichen verhöhnt.

"Schickt sie zurück!": Trump hetzt gegen Omar und will Sprechchöre gestoppt haben – das Video der Rede zeigt etwas anderes

Manchmal hilft nur noch Galgenhumor. So wie im Fall des befremdlichen Streits zwischen dem US-Präsidenten und vier Politikerinnen der oppositionellen Demokraten. Unappetitlicher Höhepunkt: Auf einer Wahlkampfveranstaltung griff Donald Trump seine "Lieblingsfeindin" unter den Frauen, Ilhan Omar, persönlich an und die Menge skandierte daraufhin "Schickt sie zurück". Diese offene Feindseligkeit brachte sogar den sonst eher ungerührten US-Präsidenten in die Defensive. Kurzzeitig jedenfalls. Er habe seine Rede "sehr schnell" fortgesetzt, um die Sprechchöre nicht weiter anzuheizen. "Sehr schnell" bedeutete in diesem Fall 13 Sekunden.

Für Donald Trump sind 13 Sekunden sehr schnell

13 Sekunden – für manche schnell, für manche eine Ewigkeit. Um diese Zeitspanne zu illustrieren, hat die amerikanische Comedysendung "The Daily Show" zusammen mit ihren Twitter-Followern ein paar Ereignisse und Tätigkeiten gesammelt, die allesamt kürzer waren als 13 Sekunden. Unter dem Hashtag #beatthechant finden sich etwa:

"Zurückschicken!": Trump setzt Angriffe auf Demokratinnen mit Migrationshintergrund fort

Donald Trumps halbherziger Versuch, sich von seinen Anhängern zu distanzieren, wähnte ohnehin nur kurz. Schon einen Tag später sprach er von ihnen als "unglaubliche Patrioten" und beschuldigte wiederum die Medien, die Sache aufzublasen, um von den "abscheulichen" Äußerungen der vier Oppositionellen abzulenken. Seit Tagen wirft der US-Präsident den Frauen vor, die "USA zu hassen". Am Samstag legte er auf Twitter nach und postete ein Video von der umstrittenen Szene. Dazu schrieb er: "Wie ihr sehen könnte, leite ich die Leute weder an, noch bin ich sonderlich glücklich mit den Sprechchören. Nur eine sehr große und patriotische Menge. Sie lieben die USA!"

Nur eine wurde nicht in den USA geboren

Die Demokratinnen, die Trump seit Tagen attackiert, sind alle US-Bürgerinnen: Alexandria Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in New York; Rashida Tlaib ist Tochter palästinensischer Einwanderer, geboren in Detroit; Ayanna Pressley ist Afroamerikanerin, geboren in Chicago. Omar kam in Somalia auf die Welt, wurde aber als Teenager in den USA eingebürgert.

nik