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Wikileaks-Gründer: Assange-Auslieferung an Schweden verschoben

Julian Assange wird nicht nach Schweden ausgeliefert – noch nicht. Die Anwälte des Wikileaks-Gründers beantragten, dass sich der Obersten Gerichtshof in London erneut mit dem Fall beschäftigt.

Im Kampf gegen die Auslieferung des Wikileaks-Mitbegründers Julian Assange an Schweden haben dessen Anwälte den Obersten Gerichtshof in London angerufen. Das Gericht teite am Dienstag mit, dass es einen Antrag des 40-jährigen Australiers prüft und sich den Fall unter Berücksichtigung weiterer Unterlagen noch einmal vornimmt.

Ende Mai hatte das Gericht grünes Licht für Assanges Auslieferung gegeben. Es billigte aber den Anwälten eine Frist von 14 Tagen zu, um eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu beantragen. Damit wurde Assanges Auslieferung vorerst aufgeschoben.

Der Gang nach Straßburg als letzte Chance

Sollte die Verteidigung mit dem Antrag keinen Erfolg haben, bleibt Assange noch der Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die Straßburger Richter haben die Möglichkeit, eine Auslieferung vorläufig zu stoppen. Rechtsexperten halten das aber für wenig wahrscheinlich.

Assange werden in Schweden Sexualdelikte vorgeworfen. Der Australier weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als politisch motiviert. Er fürchtet zudem, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden, wo er wegen der Veröffentlichung tausender geheimer US-Depeschen, unter anderem zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan, den Zorn der Regierung auf sich gezogen hat.

swd/AFP / AFP