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Zensur-Verdacht Wer öffnet die Feldpost aus Afghanistan?


Die Briefe von Bundeswehr-Soldaten aus Nord-Afghanistan in die Heimat haben unbekannte Mitleser. Jetzt soll Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aufklären, wer die Umschläge geöffnet hat.

Die Post von Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan ist auf dem Weg nach Deutschland offenbar systematisch geöffnet worden. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), bestätigte: Verärgerte Soldaten hätten ihn informiert, dass ihre Briefe bei den Adressaten in der Heimat teilweise mit Inhalt, aber geöffnet, teilweise auch ohne Inhalt angekommen seien.

Er habe Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) darüber in einem Brief informiert und Ermittlungen gefordert. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte in Berlin, der Sachverhalt werde "sehr ernst" genommen.

"Anhaltspunkte für eine Straftat"

Laut Königshaus ist bisher nicht bekannt, wo und durch wen die Sendungen geöffnet worden sind. Offenbar ist ausschließlich Post betroffen, die aus Masar-i-Scharif in den vergangenen drei Monaten nach Deutschland gesandt worden war. Es gebe "hinreichende Anhaltspunkte" für eine mögliche Straftat.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, zur Aufklärung des Sachverhalts seien umfangreiche Ermittlungen eingeleitet worden. Es sei noch nicht absehbar, wie lange diese dauern würden.

fw/AFP AFP

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