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Verheerende Waldbrände Australiens Premier kontert Greta Thunbergs Kritik: "Wir werden das tun, was wir für richtig halten"

Greta Thunberg äußert sich zu Buschbränden in Australien
Greta Thunberg hat sich auf Twitter zu den Buschbränden in Australien geäußert
© epa AAP Castro / Passaro / Fotogramma / ROPI / Picture Alliance / DPA
Die seit mehreren Wochen andauernden Buschbrände richten in Australien enorme Schäden an. Nun hat sich auch Greta Thunberg auf Twitter dazu geäußert. Sie kritisiert die politischen Verantwortlichen.

Seit Oktober brennt Australien. Nach Angaben der Behörden haben die Buschbrände bereits mehrere Millionen Hektar Land vernichtet – und mehr als 1000 Häuser zerstört. 10.000 Feuerwehrmänner, Sanitäter, Polizisten und freiwillige Helfer sind derzeit im Einsatz, um die Brände in der australischen Region Neusüdwales in den Griff zu bekommen.

Nun hat sich auch Greta Thunberg geäußert. "Nicht einmal Katastrophen wie diese scheinen eine politische Aktion hervorzurufen. Wie ist das möglich?", schrieb die 16-jährige Umweltaktivistin vorwurfsvoll auf Twitter. Und: "Weil wir den Zusammenhang zwischen der Klimakrise und den zunehmenden extremen Wetterereignissen und Naturkatastrophen wie der Klimakrise immer noch nicht herstellen können."
Das müsse sich ändern, so Thunberg. Dazu teilte sie ein dreiminütiges Video des australischen Fernsehsenders Nine News Sydney, das das Ausmaß der Brände zeigt.

Premierminister Scott Morrison entschuldigt sich

Scott Morrison, der Premier des Landes, reagierte bei einer Pressekonferenz auf die Kritik. Thunbergs Namen erwähnte er dabei nicht. "Es ist nicht meine Aufgabe, Kommentare zu dem abzugeben, was diejenigen außerhalb Australiens von Australien erwarten", sagte Morrison Reportern in Mudgee. "Wir werden in Australien das tun, was wir für richtig halten. Und das war schon immer mein Leitsatz." Der Fokus liege ganz allein auf Australien, so der Premier.

Kurz zuvor hatte der 51-jährige Politiker Fehler im Umgang mit den verheerenden Buschbränden in seinem Land eingeräumt. "Ich entschuldige mich", sagte Morrison am Sonntag. Morrisson war dafür kritisiert worden, weil er mit seiner Familie Urlaub auf Hawaii machte, während die Buschbrände wüteten. "Sicher verstehen die Australier, dass du versuchst, Versprechen zu halten, die du deinen Kindern machst. Aber als Premierminister hast Du andere Pflichten, das akzeptiere ich – und ich akzeptiere auch die Kritik."

Australien ist das weltgrößte Kohleexportland

Es war nicht die einzige Kritik. Selbst Morrisons Stellvertreter Michael McCormack forderte nun, mehr im Kampf gegen den Klimawandel zu tun. Doch auch das wies der Premierminister im Sender Channel 9 als "politisch motiviert" zurück.

Dabei ist Australien das weltgrößte Kohleexportland. Und Morrison ist seit langem Unterstützer der Kohleindustrie. Drei Viertel der Kohleproduktion wird exportiert – bei einem Volumen von jährlich rund 67 Milliarden australischen Dollar (41,8 Milliarden Euro).

Doch einen Zusammenhang sieht er nicht. Die Vermutung, dass eine Erhöhung der australischen Klimaziele die derzeit tobenden Buschfeuer oder extreme Wetterereignisse verhindert hätte, "ist einfach falsch", sagte Morrison.

Quellen: Twitter / News.com.au

rpw / dpa

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