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Gerichtsurteil: Er wollte einer Frau nicht die Hand geben – Bundeswehr darf Soldaten entlassen

Die Bundeswehr hat einen Soldaten entlassen, weil er einer Frau nicht die Hand geben wollte. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz stützt die Entscheidung. 

Bundeswehr Soldat

Die Bundeswehr hat einen Soldaten entlassen, weil er eine Frau diskriminierte. (Symbolbild)

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Die Bundeswehr entschied sich, einen Zeit-Soldaten zu entlassen, weil dieser sich weigerte einer Frau die Hand zu geben. Das Oberverwaltungsgericht erklärt diese Entlassung nun als rechtens. Sein Verhalten deute auf einen religiös motivierten Radikalisierungsprozess hin, so die Bundeswehr. 

Das Oberverwaltungsgericht Koblenz stellte sich mit seinem Beschluss hinter die Bundeswehr. "Der Hinweis des Klägers auf mögliche andere Gründe für sein Verhalten gegenüber Frauen sei angesichts seiner konsequenten Hinwendung zum Islam als bloße Schutzbehauptung anzusehen", hieß es in der Mitteilung. Seine Einstellung widerspreche der grundgesetzlich angeordneten Gleichstellung von Mann und Frau.

Bundeswehr gewinnt Prozess gegen Kläger

Die Entlassung beruhe auch nicht auf der "Vorverurteilung von Personen muslimischen Glaubens", wie es der Kläger dem Gericht zufolge dargestellt hatte. Zwar gebe es keine Vorschrift, die einen Handschlag als Begrüßung vorschreibe, doch zeige sein Verhalten, dass der entlassene Soldat Kameradinnen nicht ausreichend respektiere. Und das wiederum gefährde den militärischen Zusammenhalt und die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr. Einen Antrag auf Zulassung einer Berufung gegen das Urteil lehnte das Gericht ab.

deb / DPA