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Corona-App: Firma aus dem Entwicklerkonsortium hat Schwierigkeiten mit Transparenzstandards

Corona durch Technik bekämpfen: Eine App auf dem Handy soll Menschen zeigen, ob sie Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten hatten
Corona durch Technik bekämpfen: Eine App auf dem Handy soll Menschen zeigen, ob sie Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten hatten
© FrankHoermann/SVEN SIMON/ / Picture Alliance
Eine Corona-App soll helfen, Ansteckungsketten aufzuzeigen – gleichzeitig aber den Datenschutz wahren. Mehrere Firmen arbeiten dafür in einem Konsortium zusammen. Recherchen des stern zeigen: Nicht alle nehmen es mit der Transparenz so genau.

Nach dem Ausstieg mehrerer Partner aus dem europäischen Konsortium PEPP-PT, das eine Plattform für künftige Handy-Apps zur Corona-Bekämpfung entwickeln will, gibt es nach Recherchen des stern jetzt Fragen zur Rolle des Frankfurter Unternehmers Christian Boos. Der Geschäftsführer des Unternehmens Arago GmbH tritt immer wieder als inoffizieller Sprecher des PEPP-PT-Bündnisses auf, dem bis heute das Robert Koch-Institut (RKI) und drei deutsche Fraunhofer-Institute angehören.

Boos‘ Firma Arago GmbH, die sich bisher vor allem mit künstlicher Intelligenz beschäftigte, hat zuletzt gesetzliche Transparenzstandards nicht erfüllt. Laut den Bestimmungen des Handelsgesetzes hätte sie seit Jahresbeginn ihren Abschluss für das Jahr 2018 im Bundesanzeiger veröffentlichen müssen. Doch dort stammen die aktuellsten Bilanzzahlen aus dem Jahr 2017.

Die Firma wird mehrheitlich von einer Firma in Luxemburg kontrolliert, die nach den letzten im Luxemburger Handelsregister verfügbaren Angaben von der Firma Machine Investors L.P. auf den Cayman Islands in der Karibik gegründet und gehalten wurde. In dem Steuerparadies in der Karibik müssen die Namen von Anteilseignern nicht preisgegeben werden.

Das PEPP-PT-Konsortium und die Firma Arago ließen Fragen des stern dazu bisher unbeantwortet. Laut Angaben auf der Webseite des Unternehmers ist die US-Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) Investor bei der Firma. Sie ist auch ein wichtiger Anteilseigner beim Springer-Verlag und bei der Deutschen Glasfaser Holding, die im Zusammenhang mit der Heinsberg-Studie eine Rolle als Sponsor der PR-Arbeit spielte.


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