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AFD Frauke Petry steht zum umstrittenen Plakat mit ihrem Sohn

Aufmerksamkeit auf Kosten Unbeteiligter im ganz großen Rahmen: Die Wahlwerbung mit dem eigenen Kind soll vermutlich für Sympathie unter den Wählern sorgen, erzielt aber aktuell vor allem starken Gegenwind.
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Frauke Petry ist zurück auf der politischen Bühne - ein Plakat zeigt die AfD-Bundesvorsitzende gemeinsam mit ihrem zwei Monate alten Sohn. An dem Bild entzündete sich Kritik.

AfD-Chefin Frauke Petry meldet sich aus ihrer Babypause zurück - per Plakat. Gut zwei Monate nach der Geburt ihres fünften Kindes Ferdinand veröffentlichte die Partei ein Plakat, auf dem Petry ihren Sohn in den Armen hält. Der Slogan: "Und was ist ihr Grund, für Deutschland zu kämpfen?" Bei Twitter ergänzte die 42-Jährige: "Es ist an der Zeit, aufzustehen und für unser Land Flagge zu zeigen. Damit unsere Kinder eine Zukunft haben."

Nach der Veröffentlichung des Bildes hagelte es Kritik. Der Vorwurf: Petry instrumentalisiert ihren Nachwuchs für politische Zwecke - das Gesicht des Sohnes ist zudem nicht verpixelt. Wahlplakate mit Kindern gelten weithin als Tabu.

AfD-Chefin steht zu dem umstrittenen Plakat

Trotz der massiven Kritik an dem Motiv - auch aus der eigenen Partei -  steht die AfD-Chefin zu dem Plakat, bestätigte ihr Sprecher. Das Plakat soll aber nach bisherigem Stand nicht in die offizielle Kampagne der AfD für die Bundestagswahl aufgenommen werden, sondern lediglich als eines von acht Motiven im ergänzenden Plakatspendenshop. Daraus können dann von einzelnen Mitgliedern Plakate bestellt werden.

Entworfen wurde das Plakat von Thor Kunkel, dem kreativen Kopf hinter der AfD-Kampagne, der unter anderem auch die umstrittenen Wahlplakate ("Burkas? Wir steh'n auf Bikinis.") kreiert hatte und für eine positive Außendarstellung der Partei sorgen soll.

+++ Lesen Sie hier das Thor-Kunkel-Portrait "Dieser Mann steckt hinter den provokanten AfD-Plakaten" im stern +++

Frauke Petry ins Abseits geschoben

Frauke Petrys Stand in der Partei ist in den vergangenen Monaten schwerer geworden. Auf dem Kölner Bundesparteitag im April haben die Mitglieder ihr bisherige Führungsfrau ins Abseits geschoben und sich für Alexander Gauland und Alice Weidel als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im September entschieden. Zudem war Petry seit der Geburt ihres Sohnes öffentlich kaum noch in Erscheinung getreten.

Die Macher des aktuellen Plakates haben aber zumindest eines einmal mehr geschafft: Sie sind ins Gespräch gekommen.

mit DPA-Material

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