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AfD-Hetzer ist von Beruf Lehrer: Dürfte Björn Höcke an seine ehemalige Schule zurückkehren?

Sollte Björn Höcke Schulkinder in Geschichte unterrichten dürfen? Selbst seiner eigenen rechtspopulistischen Partei AfD steht Höcke zu weit in der rechten Ecke. Von Beruf ist er eigentlich Lehrer, zuletzt arbeitete er in Hessen.

Björn Höcke ist auch in seiner AfD nicht mehr gerne gesehen oder gehört

Björn Höcke ist auch in seiner AfD nicht mehr gerne gesehen oder gehört

Björn Höcke ist eigentlich Oberstudienrat. Jener Mann, der im Namen der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) regelmäßig rechtsradikale Parolen in Mikrofone schreit, die an Progaganda von Hitlers NSDAP erinnern, ist Lehrer in den Fächern Sport und Geschichte. Zuletzt arbeitete Höcke als Lehrer an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf in Hessen. 

Aktuell ist er wegen seines Landtagsmandates freigestellt. In seiner eigenen Partei ist Höcke jedoch wegen seiner Radikalität umstritten: Selbst der rechtspopulistischen AfD steht Höcke etwas zu weit in der rechten Ecke, spätestens seit seinem fragwürdigen Auftritt in Günther Jauchs Talkshow, in der er sich unter anderem eine Deutschlandflagge an den Sitz heftete.

Für den Fall, dass Höcke seine politische Karriere doch wieder an den Nagel hängen und wieder als Lehrer arbeiten wollen sollte - würde seine ehemalige Schule ihn dann wieder einsetzen und Höcke dürfte in Bad Sooden-Allendorf wieder Kinder unterrichten?

"Wir haben hier ganz andere Werte"

Auf die Frage, ob die Schule Höcke denn gegebenenfalls als Lehrkraft zurücknähme, antwortet Christina Linke, Leiterin der Rhenanus-Schule, mit einem Seufzen. Sie reagiert müde auf die Frage nach dem ehemaligen Kollegen Höcke. Über dienstliche Belange wolle sie nicht sprechen, sagt Linke und sagt: "Wir haben hier wirklich ganz andere Dinge und Werte, die uns beschäftigen, als ein ehemaliger Kollege von uns."

Davon abgesehen ist es nicht allein die Entscheidung die Schule, ob Höcke wieder als Lehrer arbeiten dürfte. Da hätte unter anderem auch das Kultusministerium noch ein Wörtchen mitzureden. Der Lehrerverband hat eine klare Meinung zu Höcke: "Es wäre eine sehr fragwürdige Angelegenheit, wenn dieser Mann eines Tages in den Schuldienst zurückkehrt", zitiert "Bild" den Verbandspräsidenten Josef Kraus. Höcke war wegen seiner umstrittenen Parolen wegen Volksverhetzung angeklagt worden.

Zu den "anderen Dingen und Werten" äußert Schulleiterin Linke sich viel lieber. "Unsere Schüler haben in Eigeninitiative Spenden für Flüchtlinge aus Syrien gesammelt", erzählt sie stolz. "Die Kinder haben Crêpes gebacken und verkauft, einen Weihnachtsbasar mit selbst gebastelten Sachen veranstaltet und von dem eingenommenen Geld Geschenke gekauft für die Flüchtlingsfamilien, die neu zu uns in den Ort gezogen sind." Für die ortsansässige Kleiderkammer hat Linke außerdem Räume der Schule zur Verfügung gestellt.

Auch wenn Linke sich nicht dazu äußern will, ob es denkbar wäre, dass sie Höcke wieder als Lehrer beschäftigt, zeigt sie mit ihren Aktionen, worum es ihr an ihrer Schule geht. An einer solch engagierten Schule würde Höcke sich wohl ohnehin nicht besonders wohl fühlen.