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Abrechnung mit Ex-Partei: AfD-Gründer Bernd Lucke wollte in den Hungerstreik treten

AfD-Gründungsvater Bernd Lucke geht in einem Interview hart mit seiner Ex-Partei ins Gericht. Sie sei "eine latent fremdenfeindliche, deutschnationale Partei mit rechtsradikalen Einsprengseln", so der Wirtschaftswissenschaftler.

Bernd Lucke auf dem AfD-Gründungsparteitag 2013

Bernd Lucke auf dem AfD-Gründungsparteitag 2013

DPA

Mitbegründer Bernd Lucke fordert eine Überwachung der AfD durch den Verfassungsschutz. "Es gibt Personen und Organisationen in der AfD, an deren Verfassungstreue man zweifeln kann", sagte er der "Zeit" laut einer Vorabmeldung der Wochenzeitung. Lucke bezeichnete die AfD als "eine latent fremdenfeindliche, deutschnationale Partei mit rechtsradikalen Einsprengseln". Daher solle der Inlandsgeheimdienst Teile der AfD "lieber beobachten, als dass die vielleicht Unheil stiften." 

Auf die Frage, ob er die AfD heute noch einmal gründen würde, sagte Lucke: "Nein. Ganz eindeutig nein." Daraus sei inzwischen "eine ganz andere Partei" geworden, "eine, die ich nicht gegründet hätte, die ich nicht fördern möchte und die ich nicht wähle."

AfD-Mitgründer Bernd Lucke wollte hungerstreiken

Sein größter Fehler sei es gewesen, der ehemaligen AfD-Chefin Frauke Petry vertraut zu haben. "Ich kannte sie ja kaum, aber sie war engagiert, intelligent und präsentabel. Deshalb habe ich sie gefördert." In einer Kampfabstimmung hatte sie ihn 2015 in seiner Funktion als Parteichef abgelöst, woraufhin er aus der Partei austrat. Er gründete dann die Partei Alfa. Seit November 2016 heißt Luckes Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR).

Auch Petry ist mittlerweile nicht mehr in der AfD: Wegen des Streits über die politische Ausrichtung hatte sie unmittelbar nach der Bundestagswahl im September 2017 die Partei verlassen und war als fraktionslose Abgeordnete ins Parlament eingezogen.

Vor den Verwerfungen der beiden hatten sie laut Lucke noch gemeinsame Pläne: "2013 haben Frauke Petry und ich überlegt, ob wir in einen Hungerstreik treten, um bei der Regierung Merkel die Einsicht in Akten zur Euro-Rettung zu erzwingen." Petry habe nach einer Absprache mit ihrer Familie dann aber doch nicht hungern wollen.

Quelle: Vorabmeldung "Die Zeit"

DPA / AFP / wue
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